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Start Projekte Chorleiter-Treffen Stuttgart 2016 Bachwoche Stuttgart 2016: Workshop mit dem Dirigenten Hans-Christoph Rademann
Bachwoche Stuttgart 2016: Workshop mit dem Dirigenten Hans-Christoph Rademann Drucken E-Mail

10 Fragen an... Prof. Hans-Christoph Rademann

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1. Herr Prof. Rademann, Ihre früheste musikalische Prägung erhielten Sie als Kruzianer. Hat diese Erfahrung noch heute Einfluss auf Ihr Schaffen?

Die Erfahrung im Kreuzchor hat mich sehr geprägt. Ohne diese Zeit wäre ich jetzt nicht Dirigent. Unser damaliger Kreuzkantor Martin Flämig hat uns unvergessliche Erlebnisse beschert. Eigenschaften wie Zielstrebigkeit und Disziplin kann man ebenfalls in einem solchen Knabenchor sehr gut lernen.

2. Die Dresdner Musikhochschule kennen Sie sowohl als Student als auch als Professor für Chordirigieren. Welche Anforderungen werden dort heute an Chordirigenten gestellt?

Heutige Chordirigenten müssen vielseitig sein. Dazu gehört die Kenntnis der Opernchorliteratur genauso, wie das Orchesterdirigieren. Da die Chöre nach und nach immer besser werden, erhöhen sich ständig die Anforderungen. Stilistische Sicherheit in Alter und Neuer Musik sind notwendig, um erfolgreich zu sein. Die Beherrschung eines Instrumentes gehört auch zu diesen Anforderungen, meist ist es das Klavier.

3. Die Arbeit mit qualifizierten Laien gehört zu Ihrem Erfahrungsschatz. Welche Eigenschaften muss ein Dirigent hierfür mitbringen?

Laien sind zu unglaublichen Dingen fähig, man muss sie allerdings begeistern können. Meist kommen Sie müde zur Probe, direkt von der Arbeit. Wenn Sie dann munter und erfüllt nach Hause gehen, ist man als Leiter ziemlich ausgelaugt und müde. Man sollte professionell mit Laien arbeiten und das Menschliche in den Vordergrund stellen, dazu gehört auch eine Prise Entertainment.

4. Sie arbeiten mit Profichören weltweit. Bei allen kulturellen Unterschieden: Welche Anforderungen stellen Profichöre an einen Dirigenten?

Profichöre sind unglaublich kritisch. Jeder Fehler wird sofort erkannt und deshalb sollte man stets gut vorbereitet sein. Diese Chöre wollen aber auch sehr stark motiviert werden. Die große Gestaltungsenergie eines guten Profichores ist es, die den Unterschied zu anderen Chören ausmacht. Natürlich weiß auch das Mitglied eines solchen Chores, dass es sein Instrument über viele Jahre benötigt und dies in möglichst optimaler Qualität. Deshalb muss man hin und wieder auch stimmschonend arbeiten. Viele Dirigenten trauen sich kaum einen Profichor zu kritisieren, aber genau das muss man tun, denn es geht immer um eine sehr hohe Qualität. Diese Chöre wollen das Optimum erreichen.

5. Ihr Repertoire ist sehr breit aufgestellt. Wird sich diese Vielfalt in Ihrem Workshop wiederfinden?

Tatsächlich habe ich viele Werke aller Epochen aufgeführt. In der Bachwoche werde ich aber die h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach im Meisterkurs unterrichten. Im Workshop geht es um eines meiner Herzensthemen, die „Bilder in der Musik“. Dabei möchte ich vor allem auch zeigen, was für ein überragender Komponist Georg Philipp Telemann ist. Er wird immer noch unterschätzt und steht im Schatten von Bach und Händel. Der damalige Leipziger Bürgermeister hätte ihn 1723 am liebsten Bach als Thomaskantor vorgezogen, und ich kann ihn verstehen. Er ist einer der größten Freigeister der Barockzeit gewesen. Im Übrigen beziehe ich mich damit auch schon auf das Telemann-Jahr 2017…

6. Was werden Sie Teilnehmern in Ihrem Workshop vermitteln?

Ich möchte den Teilnehmern die Widerspiegelung der Welt in den großen Vokalwerken Telemanns, die wir auch im Abschlusskonzert aufführen werden, vermitteln. In den Wort-Ton-Beziehungen dieser Werke liegt eine unglaubliche Faszination. Vielleicht kann ich ein wenig dazu beitragen, dort noch genauer hinzusehen. Mein Thema ist die Darstellung von Naturphänomenen in der Musik am Beispiel Telemanns: Wie hat Telemann das realisiert – und in wieweit ist eine solche musikalische Bildhaftigkeit überhaupt möglich? Dieses Phänomen und diese Fragen sollen vor dem Abschlusskonzert in einem Zweiergespräch mit unserem Dramaturgen Dr. Henning Bey analysiert werden.

7. „Workshop“ assoziiert Aktives. Wie wollen Sie die Teilnehmer einbinden?

Ich werde den Teilnehmern keine direkte Mitwirkung anbieten, möchte sie aber gedanklich einbinden. Ich verstehe mich dabei als einen Impulsgeber, den man natürlich hinterher in einer offenen Diskussionsrunde befragen kann.

8. Wie werden die Teilnehmer diese Anregungen in ihrer eigenen musikalischen Praxis ganz konkret umsetzen können?

Sicherlich kann man die Sprache in der eigenen Arbeit verlebendigen, wenn man sie in konkrete Bilder überführen will. Eigenartigerweise entsteht dadurch eine sehr mitnehmende Art zu musizieren, aber vor allem begeistert es die Sänger der Ensembles. Die Sprache sollte quasi verlebendigt werden. Dies ist ein sehr guter Weg zu motivieren.

9. Was erwarten Sie von den Teilnehmern?

Ich erwarte erst einmal gar nichts, außer Offenheit und Interesse für Gedanken zur und über Musik. In aller erster Linie freue ich mich auf die zahlreichen wunderbaren Kollegen.

10. Warum ist gerade die Bachwoche Stuttgart der richtige Rahmen für Ihren Workshop?

Die Bachwoche Stuttgart, mit ihrer langen Tradition ist ein Ort des Nachdenkens über Musik. Insofern glaube ich, dass wir einen guten Schritt gehen, wenn wir kooperieren. Alle werden dabei gewinnen.

AMJ/VDKC
19.11.2015

 

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