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Konzertchor Köln: Uraufführung von Carsten Brauns „Gloria“ Drucken E-Mail

Anlässlich des 35jährigen Jubiläums am 18. März 2018

Thumbnail imageDer Chorleiter des Konzertchor Köln, Jonas Manuel Pinto, und der Komponist Carsten Braun kennen und schätzen sich seit der gemeinsamen Studienzeit in Mainz. Anfang 2016 entstand der Wunsch, wieder gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Auch wenn am Anfang noch nicht zu erahnen war, welche Dimensionen das in Auftrag gegebene Werk annehmen würde, entpuppte sich die Zusammenarbeit als ebenso fruchtbar wie harmonisch.

Entstanden ist eine mehrsätzige Gloria-Vertonung, wie sie in dieser Größenordnung in der Literatur bisher nicht zu finden war: eine konzertante Fassung für Orchester, gemischten Chor und Solistenquartett, die die einzelnen Abschnitte des „Gloria“ jeweils als einen abgeschlossenen Satz behandelt. Dabei reicht das Spektrum von jubilierenden, lobpreisenden Sätzen wie „Gloria in excelsis deo“ über das majestätische „Domine deus, rex coelestis“, das innige „Et in terra pax“ und das verspielte „Gratias agimus tibi“ bis hin zum düsteren „Qui tollis peccata mundi“.

Das Stück ist so komponiert, dass es unmittelbar wirkt. Themen, Melodien und Rhythmen sind zum großen Teil eingängig, ohne dabei anspruchslos zu sein. Instrumentierung, einige Klangeffekte und eine gemäßigt moderne Tonsprache lassen Assoziationen an Filmmusik aufkommen, verleugnen jedoch nicht die Verortung in der Kirchenmusik. Schlaginstrumenten kommt eine zentrale Aufgabe zu. Das „Gloria“ ist getragen von polyphonen Strukturen, motivisch-thematischer Arbeit und inhaltlicher Verklammerung der Sätze, die von gewaltigen Chören über Solosätze, ein Duett und ein Terzett bis hin zur sechsstimmigen Schlussfuge „Cum sancto spiritu“ reichen.

Noch während Braun an der Orchestrierung arbeitete, begannen die Chorproben. Von Beginn an schätzten die Sängerinnen und Sänger das ungewöhnliche Werk und stellten sich motiviert und in gewohnt akribischer Probenarbeit seinen Herausforderungen, die vor allem auf der rhythmisch-metrischen Ebene lagen. Pünktlich zum Karnevalswochenende konnte der Konzertchor verkünden: Dieses Jahr schunkeln wir im 7/8-Takt!

Bei der gelungenen Uraufführung in der Kölner Philharmonie am 18. März 2018 unter der Leitung von Jonas Manuel Pinto gelang es dem Konzertchor, dem Solistenquartett, bestehend aus Margareta Köllner (Sopran), Anne-Kathrin Herzog (Alt), Thomas Jakobs (Tenor) und Florian Rosskopp (Bass), sowie dem Neuen Rheinischen Kammerorchester Köln, die eigene Begeisterung für das Werk auf das Publikum zu übertragen. Die Konzertbesucher zeigten sich sehr angetan von den filmmusikalischen Stilelementen und der ungewöhnlichen Rhythmik des „Gloria“. Die ebenfalls anwesenden, international tätigen Chorleiter Andrew Wise (Antwerpen) und Jan Schumacher (Frankfurt) sagten dem Werk eine große Zukunft insbesondere auf den Bühnen der USA und Großbritanniens voraus.

Thumbnail imageCarsten Braun studierte Schulmusik, Geschichte, Tonsatz und Gehörbildung an den Musikhochschulen in Weimar und Mainz, wo er als Lehrbeauftragter für Schulpraktisches Klavierspiel, Tonsatz und Gehörbildung arbeitete. Als Komponist ist er ein Grenzgänger zwischen sogenannter E- und U-Musik. Zu seinen Werken zählen neben mehreren Musicals und Bühnenmusiken für die Mainzer Kammerspiele oder die Burgfestspiele Mayen Kirchenmusik, Filmmusik und zahlreiche Kunstlieder. Sein Requiem „Der Unbekannte Krieg“ (2009/2010) wird regelmäßig im In- und Ausland aufgeführt und wurde 2011 von der Bundesregierung mit dem BKM-Preis für kulturelle Bildung ausgezeichnet. Im Internet ist er unter www.carstenbraun.de zu finden.

Vorstand Konzertchor Köln
25.06.2018

 

 

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Die Jahresausgabe 2018 ist wie geplant im Februar 2019 erschienen und ausgeliefert. CHOR und KONZERT versammelt die Beiträge des Internetauftritts des VDKC des Jahres 2018 in gedruckter Form. Und nicht nur dies: wesentliche Beiträge zu Aktivitäten der Mitgliedschöre aus dem Jahr 2018 haben Aufnahme in die Zeitschrift gefunden und dokumentieren eindrucksvoll die Kreativität und die Leistungsfähigkeit vieler Chöre.

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