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Missa Misericórdiae von Thomas Stöß Drucken E-Mail

A-cappella-Kammerchor Freiberg empfiehlt neues Chorwerk

Thumbnail imageDie Missa Misericórdiae fiel mir eher durch einen Zufall in die Hände, für den ich im Nachhinein sehr dankbar bin. Das Œuvre des in Chemnitz lebenden Komponisten Thomas Stöß umfasst zahlreiche instrumentale Solo- und Kammermusikwerke, ein Konzert für Klavier und Orchester (1995/96), das für großes Orchester konzipierte Werk Europa (1997), eine sinfonische Dichtung in zwei Teilen, und eben die 2012 beendete Missa Miseriórdiae. Der Entstehung des Werkes ging kein Kompositionsauftrag voraus. Sie folgte lediglich einem unbestimmten inneren Schaffensdrang des Komponisten. Die ersten Skizzen entstanden 2005 und landeten für längere Zeit in einer Sammelmappe. Ursachen für die Unterbrechungen der Arbeit sind in der behutsamen Herangehensweise, der Ehrfurcht vor dem zu vertonenden Inhalt, sicher auch in dem Wissen um zahlreiche Vertonungen des Ordinariums in der Musikgeschichte, aber auch in anderen kompositorischen Aufträgen zu suchen.

Der Wunsch des bekennende Katholiken Thomas Stöß war es, eine Messe ganz aus dem Glauben heraus zu schaffen, eine Musik also, die nicht in einer inneren Distanz oder gar Diskrepanz zum Text der Messe steht.

2011 überarbeitete Stöß die Skizzen grundlegend und konnte ein Jahr später die Arbeit an seiner Missa Miseriòrdiae beenden. Damit liegt nun, vermutlich seit langer Zeit, wieder ein umfassendes sakrales Werk eines Komponisten aus dem Bistum Dresden/Meißen vor. Doch bis zu Uraufführung sollten weitere sechs Jahre vergehen. 2015 machte Thomas Stöß in einem Konzert der Frauenstimmen des A-cappella-Kammerchores Freiberg die Bekanntschaft mit dem leistungsfähigen Ensemble. Nach wenigen Gesprächen waren wir uns sicher, dass die Uraufführung der Messe durch den Kammerchor erfolgen sollte.

Die Missa Miseriòrdiae wurde so 2017 Teil der Programmkonzeption „...ich bin schuldig des feigen Verstummens, wo ich hätte reden sollen...“, einem Programm, das der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gedenkt, sich mit ihren dramatischen Folgen auseinandersetzt, dort aber nicht erinnernd verweilt, sondern sich auch mit der aktuellen Zunahme rassistischer Äußerungen bis hin zu Gewalttaten gegenüber Andersdenkenden sowie der schleichenden Vergiftung der Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft beschäftigt und ihre Folgen im Spiegel der Gegenwart betrachtet.

Das Werk ist in vielfacher Hinsicht bemerkenswert und nimmt eine Sonderstellung im kompositorischen Schaffen des Komponisten ein. Er entwickelt in dieser Messe eine ganz eigenständige polyphone Struktur, die sich nahezu vollständig im modalen Bereich bewegt und dennoch keine Messe im alten Stil ist.

Das Kyrie entfaltet sich wie ein großer Bogen behutsam über einem Orgelpunkt der tiefen Streicher. Hier sei aus aufführungspraktischer Sicht angemerkt, dass auch bei einer kleinen Orchesterbesetzung (5.4.3.2.1.) ein weiteres Violoncello und ein zweiter Kontrabass diese Idee klanglich noch eindrucksvoller unterstreichen würde. Thomas Stöß fordert die gesamte dynamische Bandbreite eines Chores ein und bezeichnet die einzelnen Stimmen sehr differenziert. Sehr bewegend ist der ab Takt 75 unisono und im forte einsetzende Frauenchor, der quasi einem brüchigen Orgelpunkt gleichend, vorgetragen auf der Dominante a, den bewegten Streichersatz beruhigt und in das zweite Kyrie führt.

Das kraftvolle und zugleich tänzerische Gloria, das im Dialog mit innigen Bittrufen der Solostimmen (Et in terra pax... / Qui tollis peccata mundi) konzipiert ist, wirkt mit seinen 167 Takten sehr gerafft und nüchtern, aber darum nicht minder inhaltsschwer.

Thumbnail imageIm Credo entsteht ein großes ideenreiches Klangbild, in dem sich Solisten, Chor und Orchester in einem fein verwobenen Wechselspiel befinden. Der überraschende Einschub eines vierstimmigen A-cappella-Frauenchores Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero etwa lässt gleichsam ein heiliges Licht erstrahlen. Et propter nostram salutem descendit de caelis wird nicht wie bei vielen barocken Komponisten durch fallende Tonskalen dargestellt, um den Weg aus himmlischen Höhen auf die Erde musikalisch zu zeichnen. Stöß setzt an diese Stelle einen kraftvollen homophonen A-cappella-Satz, der besonders die Passage descendit in caelis im Fortissimo einfordert. Dramatische Streichertremoli begleiten aufwühlend das vom Tenor deklamierte Crucifixus, unterbrochen von schrillen chromatischen Einwürfen des vierstimmigen Frauenchores. Die dramaturgische Dichte und Steigerung der einzelnen Abschnitte gipfelt in einer Generalpause und beendet das Credo mit einem sehr introvertierten Amen.

Im folgenden Sanctus bilden die Klangschichtungen des Streichorchesters über dem Orgelpunkt e das Gerüst für eine filigrane Architektur, bestehend aus dem Sologesang des Tenors und den im piano vorgetragenen Passagen der Frauenstimmen im Wechsel mit dem archaisch wirkendem Mönchsgesang des Männerchores. Die sich anschließende Fuge Pleni sunt caeli et terra preist die Macht und Herrlichkeit Gottes in bewegter Polyphonie und endet auf der Doppeldominate Fis-Dur.

Nach einem einleitenden Streichersatz entfaltet sich ein ganz von den Solostimmen getragenes und von vielen Taktwechseln geprägtes Benedictus, welches in seiner klanglichen Entwicklung zu den Höhepunkten der Messe gehört. Das sich anschließende Hosanna strebt mit seinen fallenden Tonfolgen einen klaren Gegensatz zum ersten Hosanna an, und bekommt so einen unsicheren und fragenden Charakter, der noch durch ein kurzes Duett der 2. Violinen und des Solosoprans unterstrichen wird.

Das Agnus Dei, gegliedert durch ein dreimal vom Chor a cappella vorgetragenes Motiv, ein in sich durch eine Pause gebrochenes Agnus Dei, bekommt im Folgenden durch eine innige Cantilene des Solosoprans, der seine ganz persönliche Bitte um das Erbarmen Gottes vorträgt, eine berührende Dimension. Das abschließende Dona nobis pacem stellt tonal und inhaltlich wieder den Bezug zum einleitenden Kyrie her und fordert auch hier den bewussten Einsatz aller dynamischen Mittel.

Peter Kubisch
12.12.2018

Am 9. November 2017 fand in der Konzerthalle Nikolaikirche Freiberg die Uraufführung der Missa Misericórdiae – Messe für Soli, Chor und Streichorchester von Thomas Stöß statt. Eine weitere Aufführung folgte am 10. November 2018 in der Chemnitzer Propsteikirche. Der A-cappella-Kammerchor Freiberg, die Sinfonietta Dresden sowie die Solisten Stephanie Kaiser (Sopran), Sylvia Irmen (Alt), Christian Lutz (Tenor) und Johannes G. Schmidt (Bass) sangen und spielten unter der Leitung von Peter Kubisch.

 

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