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Andreas Bomba im Gespräch mit Helmuth Rilling

Thumbnail imageWeihnachten ist vorbei, es lebe Weihnachten! Jedenfalls bei der kommenden Bachwoche Stuttgart. Auch wenn es draußen noch schneien und kalt und unwirtlich sein mag – dieses Werk ohne den Kontext von Krippe, Christbaum und Lebkuchen berührt manchen merkwürdig, während Aufführungen der Bachschen Passionsmusiken im Sommer oder Herbst kaum mehr ein Problem darstellen. Das Weihnachtsoratorium ist eben ein besonderes Stück, und gerade deshalb verdient es eine eingehende Beschäftigung abseits vom Trubel seiner kirchenjahreszeitlichen Bestimmung.

»Zunächst einmal«, begründet Helmuth Rilling die programmatische Entscheidung, »ist Weihnachten noch gar nicht so weit entfernt.« Tatsächlich endet die biblische Weihnachtsgeschichte mit dem Fest Mariä Reinigung, das heute kaum mehr, zu Bachs Zeiten jedoch noch intensiv, mit Figuralmusik in den Leipziger Kirchen gefeiert wurde, und zwar am 2. Februar, vierzig Tage nach der Geburt Jesu und dem Termin der, wie es im Lukas-Evangelium heißt, »vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung«. Maria und Josef präsentieren ihren Knaben dem frommen Simeon im Tempel zu Jerusalem (Lukas 2, 22-40), der daraufhin fröhlich sterben darf. Die römische Kirche begeht diesen Tag noch heute als »Mariä Lichtmess«; er spielte auch im weltlichen, naturverbundenen Wirtschaftsjahr eine wichtige Rolle und ist daher mit zahlreichen Brauchtümern verbunden.

Thumbnail imageIn diesem Jahr 2010 ist es 275 Jahre her, dass Bach im Februar auf die Entstehung und (abschnittsweise vom 25. Dezember 1734 bis 6. Januar 1735) erste Aufführung seines Weihnachtsoratoriums zurückschauen konnte. »Dieses Stück bildet den eigentlichen Abschluss der Kantaten-Produktion Johann Sebastian Bachs«, sagt Helmuth Rilling, wissend, dass der Thomaskantor in den verbleibenden 15 Lebens- und Schaffensjahren das eine oder andere Stück zur Vollendung seiner Kantaten-Jahrgänge oder für besondere Anlässe noch komponieren würde. Und: »Ist es nicht eigenartig, dass Bach die Musik für das Oratorium weitgehend aus weltlichen Kantaten nahm? Und zwar solchen, die an seine, die weltliche, kurfürstlich-sächsische Herrschaft gerichtet waren?« Rilling glaubt, dass Bach die genannten Glückwunschkantaten (zwei von ihnen, BWV 213 und 214, erklingen im Eröffnungskonzert am 20. Februar) schon im Hinblick auf ihre Verwendung für das Weihnachtsoratorium komponiert habe. Für den sechsten Teil, dessen Vorlage bislang nicht eindeutig bestimmt und bekannt ist, könnte Bach jedoch eine (heute verschollene) Michaelis-Kantate herangezogen haben: »Es ist ein so turbulentes Stück – schon der Eingangschor hat mehr mit dem Kampf gegen den höllischen Drachen zu tun als mit der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland«, meint Rilling. Auch in der Tenor-Arie »Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken!« stimmt Bach einen ungewohnt kriegerischen Ton an. Für die affirmative Sopran-Arie »Nur ein Wink von seinen Händen« könnte Bach dagegen einen Satz aus einem Instrumental-Solokonzert herangezogen haben. So wenig hat die Sopranistin zu singen, so viel haben die Streicher sonst kaum zu spielen im Oratorium...

Thumbnail imageHeute ist Bachs Weihnachtsoratorium aus dem Festtagskalender der Kirchenmusiker, Bach-Chöre und vor allem des Publikums nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen sehen den Besuch einer Aufführung, selbst im Konzertsaal, als Ersatz für einen Gottesdienstbesuch. Beliebt ist das Stück seiner klaren Aussage wegen, meint Rilling, »die noch immer populäre und eingängige Geschichte vom Kind in der Krippe, von den ärmlichen Umständen der Menschwerdung Christi, von den musizierenden Hirten und Engeln auf dem Feld, von der Verkündung des Friedens in der Welt: dies alles rührt uns an und ist ja auch immer wieder aktuell«. Im Ausland gilt dieses Werk, wohl auch der Sprache wegen und der Kombination des biblischen Berichts mit Arien und Chorälen, oft als »zu deutsch«. Es gab Tourneen der Gächinger in der Vorweihnachtszeit, wo in Spanien ausdrücklich ein anderes Programm gewünscht wurde (und einstudiert werden musste). In der angelsächsischen Welt, das haben Rilling und die Gächinger gerade in New York erfahren, ist statt Bach Händels Messiah das Weihnachtsstück schlechthin, obwohl, so Rilling, »in diesem Stück die Weihnachtsgeschichte mit dem ersten Teil endet und das berühmte und heißgeliebte Halleluja eigentlich zu Ostern gehört!« Man mag zur Ungleichzeitigkeit noch anmerken, dass man bildliche Darstellungen der Geburt Christi (und auch von Passion und Kreuzigung) in den Museen der Welt ganzjährig zu sehen bekommt!

Im 19. Jahrhundert, als man Bachs geistliche Musik wiederzuentdecken begann, war eindeutig die Matthäus-Passion der »Renner«. Erst 1857, knapp dreißig Jahre nach deren Wiederaufführung in Berlin, war das Weihnachtsoratorium erstmals nach Bachs Tod wieder in seiner Gesamtheit zu hören, ebenfalls durch die Berliner Singakademie. Johannes Brahms brachte es 1864 nach Wien, ohne recht zu wissen, ob er das ganze Stück aufführen und wie er mit der Instrumentation verfahren sollte. Verbürgt ist für den Palmsonntag (!) eine Aufführung der Teile 1, 2, 4 und 6 und die erleichternde Aussage: »Das Weihnachtsoratorium ging recht schön und hat mir große Freude gemacht«. Und um dem französischen Salon-Publikum das Stück schmackhaft zu machen, nahm der gerade wieder in aller Munde befindliche Elsässer Protestant Albert Schweitzer sogar eine Absonderlichkeit in Kauf: die Choräle wurden von Militärkapellen bei Promenadenkonzerten geblasen!

In Deutschland selbst bürgerten sich die regelmäßigen Aufführungen, wenigstens der ersten drei Teile, erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Helmuth Rilling meint, das WO zum ersten Mal im Rahmen von Hans Grischkats legendärer Gesamtaufführung des Bachschen Kantatenwerks in der Stuttgarter Markuskirche gehört zu haben: »Ich selbst habe das Stück lange nicht musizieren wollen, nicht weil ich es nicht mag, sondern weil wir, die Gächinger und das Bach-Collegium, die weihnachtlichen Aufführungen den Stuttgarter Kollegen überlassen wollten«. Für die Kirchenmusiker, die Chöre und ihr Publikum ist es schließlich ein Höhepunkt ihres Jahres. Natürlich, am Heiligen Abend in der Gedächtniskirche standen schon einzelne Kantaten auf dem Programm; »ich sehe mich noch vor und mit soviel Menschen die Choräle dirigieren«, erinnert sich Rilling. Vielleicht brauchte es auch einfach seine Zeit, alle sechs Teile und damit das ganze, gut zweieinhalbstündige Stück einem im Konzertsaal sitzenden Publikum »zuzumuten«. Mit der ersten Plattenaufnahme beschloss Rilling im Jahre 1984 seine Gesamtaufnahme der Kantaten, und vor zehn Jahren nutzte die Bachakademie die Konstellation des Kalenders, um sich ein weiteres Mal intensiv dem Weihnachtsoratorium zuzuwenden: Alle sechs Kantaten konnten an den sechs eigentlichen Bestimmungstagen aufgeführt (und im Rundfunk live übertragen) werden. Es wird also Zeit, sich wieder intensiv mit jenem Werk zu beschäftigen, das mit Pauken und Trompeten zarte Wiegenlieder und pastorale Idyllen jubelnd und festlich umrahmt. Das Weihnachtsoratorium ist einfach ein unzeitgemäßes Stück!

Autor: Dr. Andreas Bomba
Fotos: Holger Schneider
Januar 2010
In: Forum Bachakademie 70.
www.bachakademie.de/forum
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

 

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