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Oder wie ein ganzer Chor eine Sinfonie in Worte fasste

Thumbnail imageEine Probe mitten im Winter, irgendwann im Februar 2019. Chorleiter Axel Langmann verschafft sich durch das Stimmengewirr mit schallendem Händeklatschen Gehör. Mit verschwörerischem Gesichtsausdruck lässt er sich auf dem Bühnenrand nieder, und uns ist klar: Das hier wird eine längere Ansprache. Wir spitzen die Ohren. Wir sind gespannt, was das neue Chorjahr Spannendes bringen wird. Umso erstaunter sind wir, als Langmann gar nicht auf das aktuelle, sondern ohne Umschweife auf das darauffolgende Jahr zu sprechen kommt. Unseren Chorleiter hat es wieder gepackt.

Die heimische Komponistenstube glüht – ein neues chorsinfonisches Werk ist in Arbeit. Uraufführung: Herbst 2020. Das ist zwar zunächst eine Überraschung, aber an sich nichts Neues. Immer wieder hat Langmann in der Vergangenheit seinem Neuen Chor Dresden sinfonische Werke auf den Leib geschrieben. Zuletzt 2017 anlässlich dessen 50-jährigen Bestehens mit „Was bist du, Wort?“ Doch dieses Mal sollte alles kolossal anders werden. „Ich möchte gerne etwas versuchen“, teilt Langmann uns fast im Flüsterton mit. Und dann kommt der Satz, der uns durch die Zähne pfeifen lässt: „Ich möchte, dass ihr mir helft, den Text für dieses Stück zu verfassen.“

An jenem Winterabend 2019 erleben wir die Geburtsstunde eines Experiments, das uns allen unvergesslich bleiben wird. Was wir damals nicht ahnen: Bis zu seiner Vollendung werden nicht anderthalb, sondern mehr als drei Jahre ins Land gehen. Uns ist damals nicht klar, ob jemals zuvor ein ganzer Chor an der Vertextung einer Sinfonie mitgewirkt hat – aber in diesem Augenblick kommt es uns so vor. Wir schauen uns an, etwas ungläubig, ein bisschen stolz auch. So was traute uns der Komponist Langmann zu! Sein Werk mit Worten und damit mit Bildern zu füllen, es nicht nur aufzuführen, sondern selbst ein Teil davon zu werden. Als der das Thema der Sinfonie bekannt gibt, geht neben Begeisterung auch kaum hörbar ein spöttelndes Raunen durch den Saal: Engel. Engel als durchaus nicht immer friedfertige Gotteswächter und Schutzpatronen der Menschheit – ein immer wiederkehrendes Thema bei Langmanns Lieblingsdichter Rainer-Maria Rilke. Aber war das nicht ein wenig arg süßlich, nahe schon am Kitsch? „Ich bitte euch, mir eure Ideen dazu zukommen zu lassen. Egal, was es ist, wie abwegig es euch auch immer scheint – her damit“, insistiert der Chorleiter. In den nächsten Wochen hagelt es förmlich Ideen, der Zuspruch der Chormitglieder ist überwältigend. Rasch wird ein siebenköpfiges Redaktionsteam gebildet, das die eingehenden Textfragmente und losen Gedankenfetzen sammelt, vorsortiert, unter Langmanns Regie zu Versen fügt, mit neuen eigenen Ideen anreichert, wieder verändert, neu zusammensetzt. Viel später wird Langmann sagen: „Das, was da zurückkam, war so vielschichtig und teils schon höchste Poesie – ein Gedankenuniversum, das das Thema Engel im weitesten Sinne umkreist, im Religiösen wie im Weltlichen.“

Auf Grundlage dieses Gedankenuniversums im Werden macht Langmann sich ans Komponieren. So entsteht beinahe parallel die viersätzige Sinfonie in E für Chor und Orchester „Lasst uns ihnen Flügel schenken“, die von „Kitsch“ oder „Süßlichkeit“ am Ende kaum etwas erahnen lässt. Im Gegenteil. Ein einziges Mal taucht das Wort „Engel“ überhaupt im Text auf. Stattdessen erzählt das Stück von aufbrechenden „Gotteskernen, die Gut und Böse sichtbar machen“, von „zerzausten Flügeln“ und „zerfederten Schwingen, die kaum tragen“ – und von „düstrer Zeiten Schatten, die künden“. Aber auch von der niemals endenden Sehnsucht der Menschheit nach „Geborgenheit in ihrem Licht“. Das Werk nähert sich dem Thema „Engel“ durchweg metaphysisch, unverklärt, teils regelrecht desillusioniert und (an-)klagend – wie gepeinigt von dunkler Vorahnung.

Als „Lasst uns ihnen Flügel schenken…“ am 11. Juni 2022 unter Mitwirkung des Orchesters der Erzgebirgischen Philharmonie Aue in der Dresdner Lukaskirche nach zwei Jahren der künstlerischen Corona-Zwangspause endlich zur Aufführung kommt, hat das Stück vor dem Hintergrund der Ereignisse, die sich in der Zwischenzeit förmlich überschlagen hatten – von der Pandemie bis hin zum Krieg in der Ukraine und Olaf Scholz‘ historischer Proklamation einer „Zeitenwende“ – eine fast schon verstörende prophetische Kraft entwickelt. „Im Nachgang bin ich regelrecht erschrocken, wie präsent der Text insbesondere des zweiten Satzes heute tatsächlich geworden ist“, bekennt Komponist Axel Langmann nach dem ausgezeichnet besuchten und vom Publikum stürmisch gefeierten Konzert. Nicht zuletzt, weil auch der Chor selbst vom Schrecken des Krieges in der Ukraine eingeholt wurde. 2017 hatte auf Einladung des Neuen Chores der Chor der Kyiver Nationalen Technischen Universität in Dresden gastiert, 2018 folgte unser unvergesslicher Gegenbesuch in Kyiv.

Vorstandsvorsitzende Tetyana Shapoval stammt selbst aus der ukrainischen Hauptstadt, bangt um Familie und Freunde. „Dass es einmal so kommen würde, dass ‚Seelen zerbrechen‘ und ‚Welten zerbersten‘, das konnte keiner von uns ahnen, als das Stück geschrieben wurde. Wie konnten wir wissen, dass wir heute Engel als Hoffnungsträger und Trostspender, Beschützer und Bewahrer lauter anrufen würden als je zuvor?“ War es letztlich ein Zufall, dass der Neue Chor Dresden so lange auf die Aufführung dieses Stückes warten musste? Oder doch – Bestimmung? Immerhin: Es gibt Anlass zur Hoffnung. In „Lasst uns ihnen Flügel schenken“ folgen auf Sturm, Verderben und Selbstanklage Licht, das Ende der Angst, Versöhnung und Neuanfang. Und die Erkenntnis: Lasst uns die Flügel sein.

Jane Jannke
04.11.2022

 

 

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