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Start Service Beiträge des VDKC Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz
Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz Drucken E-Mail

Eine selten aufgeführte Passionsmusik in der Vokalfassung des Komponisten

Thumbnail imageHaydns zwei große Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten stehen ganz oben in der Statistik der meistaufgeführten chorsinfonischen Werke. Dies ist nicht so bei seiner Passionsmusik Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz, obwohl auch sie die raffinierte Schlichtheit seiner Werke bietet – gut zu hören, in ihrer Finesse aber große Aufmerksamkeit erfordernd.

Zu seiner Zeit hatte Haydns Werk Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz schnell Berühmtheit erlangt – in der Instrumentalfassung und noch mehr in der Vokalfassung.

Es steht in der Tradition der „Agonia-Kompositionen“, welche auf die aus Italien kommende Karfreitagsandacht der „Tre ore “ zurückzuführen sind und damals weite Verbreitung fanden. Jedes der sieben Jesusworte wurde um eine Vokalkomposition auf Texte religiös-betrachtender Gedichte ergänzt. Haydns Urfassung der Sieben Worte stellt ein Novum dar, indem sie auf Instrumentales beschränkt bleibt. Damit war sie von vornherein mehr auf Kenner und Liebhaber beschränkt als eine textgebundene Vertonung. Textgezeugt ist die Instrumentalfassung gleichwohl: die Themen der einzelnen Sätze sind ganz aus dem Gestus des jeweiligen Wortes – auf Lateinisch – geformt; der Komponist schrieb die Worte jeweils unter den Anfang der ersten Violinstimme.

Haydn berichtet, dass er 1786 von einem Domherrn aus dem spanischen Cadiz ersucht wurde, eine Instrumentalmusik auf die sieben Worte Jesu am Kreuze zu schreiben. Es gab im dortigen Dom die erwähnte, aus Italien kommende Tradition, dass in der Passionszeit ein Mittagsgottesdienst stattfand, bei dem der Bischof jeweils eines der sieben Jesusworte las, darüber eine Betrachtung vortrug und dann eine Zeitlang vor dem Altare niederkniete. In dieser Zeit sollte dazu passende Instrumentalmusik erklingen. So entstand die Urfassung des Werks, die schon 1787 im Druck erschien mit dem [vom Verfasser übersetzten] Titel: Orchestermusik über die 7 letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz, das sind 7 Sonaten mit einer Introduktion und einem abschließenden Erdbeben, für zwei Violinen, Viola, Violoncello, Flöten, Oboen, Hörner, Trompeten, Pauken, Fagotte und Kontrabass. In dieser Gestalt erlebten am 26. März 1787 die Sieben Worte ihre erste Aufführung im Palais Auersperg in Wien.

Das Werk beeindruckte die Zeitgenossen tief, und sein Ruf verbreitete sich rasch auch im Ausland. In Berlin, London, Neapel und Paris erschienen Ausgaben; Haydn ließ sofort die noch heute bekannte Version für Streichquartett und ein Arrangement für Klavier folgen. Während seiner ersten Englandreise führte er die Sieben Worte 1791 in London auf.

Bei der Rückkehr von seiner zweiten Englandreise 1795 hörte er in Passau seine Sieben Worte, allerdings in einer Vokalfassung. Diese hatte der dortige Hof- und Domkapellmeister Joseph Friebert erstellt, der früher in Haydns Kapelle beim Fürsten Esterházy angestellt war, ein langjähriger Bekannter des Komponisten also. Haydn war nicht wenig angetan von dieser Version, bemerkte allerdings seinem Schüler Neukomm gegenüber: „Die Singstimmen, glaube ich, hätte ich besser gemacht.“ Im Herbst 1795 nach Wien zurückgekehrt, tat er eben dies. Er verwendete die Textvorlage Frieberts, der seinerseits auf des „deutschen Horaz’“ Karl Friedrich Ramlers (1725–1798) empfindsames Opus Der Tod Jesu zurückgegriffen hatte. Baron van Swieten, der später die Texte für Die Schöpfung und Die Jahreszeiten verfasste, unternahm auch bei Haydns Sieben Worten die Endredaktion des Textes.

So hatte Haydn, der sich, angeregt durch die Aufführungen Händelscher Oratorien in England, mit Plänen für eigene Oratorienkompositionen trug, einen äußeren Anlass für die vokale Version des Werks. Der immer für Innovationen offene Komponist – das Bild des eher langweiligen „Papa Haydn“ trifft überhaupt nicht auf den stets intellektuell neugierigen und experimentierfreudigen Künstler zu – hatte schon mit der Instrumentalfassung ein Novum geschaffen; sie bewältigte nicht nur die Schwierigkeit, sieben langsame Sätze aufeinander folgen zu lassen, sondern sie nimmt in ihrer homophonen Faktur Rücksicht auf die musikalischen Gewohnheiten des Auftragslandes. Mit sparsamen Mitteln, mit individuell gehandhabter thematisch-motivische Arbeit in ebenso individuell gestalteter Sonatensatzform, entfaltet er eine große Vielfalt von Stimmungen und Emotionen. Schmerz und Verzweiflung drückt diese Tonsprache ebenso aus wie Hoffnung und Erlösungszuversicht.

Thumbnail imageMit der Vokalfassung beginnt eine schöpferische Wende in Haydns Werk, mit ihr, nach den zwölf maßstabsetzenden Londoner Sinfonien, beginnt die Reihe der großen Vokalwerke: der Oratorien (Schöpfung, Jahreszeiten) und der sechs großen Messen. Zwar bedeutet die vokale Variante der Sieben Worte eine Rückbesinnung auf die alte Synthese von Wort und Ton in der Andachtsmusik, doch geschieht etwas Besonderes dadurch, dass der Instrumentalpart gewichtiger und wichtiger ist als der vokale: er ist aus der ursprünglichen Version unverändert übernommen. Die Chorstimmen entspringen dem instrumentalen Satz, und der schon genannte Sigismund Neukomm nannte den Vokalpart „begleitende Singstimmen“. Neu sind, neben einem instrumentalen Zwischenspiel vor dem fünften Wort, lediglich die Vertonungen der Überschriften, die den biblischen Wortlaut dem jeweiligen Stück voranstellen. Hier verwendete der Komponist die altertümliche Technik des Falsobordone, des mehrstimmigen Psalmodierens in gleichem Rhythmus aller Stimmen. So verbindet Haydn musikalische Überlieferung mit einer für seine Zeit neuen Gestalt geistlicher Musik, die auch bei Mozart zu finden ist: dieser hatte in seiner Krönungsmesse und in seiner Großen Messe c-moll ebenfalls mit einer Unterordnung der Vokalstimmen unter das Instrumentale experimentiert.

Haydn hatte keine Angst, seine Werke in verschiedenerlei Gestalt zu veröffentlichen. Seine Lust am Ausprobieren des Klangs und der musikalischen Struktur hat er selbst mehrfach bestätigt. Dass dies Kontext verändert, ist selbstredend; das Werk verfälschen muss es dennoch nicht. Als Beispiel dienen nicht nur die verschiedenen Gestaltungsformen der Sieben Worte, es gibt deren noch mehr. So sei des Komponisten Missa in angustiis (Messe in Not und Bedrängnis) erwähnt, 1798 geschrieben, bekannter unter dem Namen Nelson-Messe. Von ihr existieren zwei Fassungen: die erste, strenger klingende, mit der Orchesterbesetzung von Streichern, Pauken, Trompeten und Orgel; die zweite ist erweitert um Holzbläser und Hörner, welche als „Harmonie“ die Orgelstimme ersetzen. Dieses Austauschverfahren Bläser vs. Orgel brachte mich anlässlich einer früheren, gottesdienstlich eingebundenen Aufführung der Sieben Worte auf die Idee, den Bläsersatz durch einen Orgelpart zu ersetzen. In Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Edgar Fackler aus Memmingen wurde die Idee verwirklicht; diese Version gibt dem Werk eine größere Strenge, legt den Akzent dieser religiösen Musik noch stärker auf den Aspekt der Musik für den Kirchenraum, nicht für den Konzertsaal, wo die Wiener Uraufführung stattfand.

Ein außerordentlich pragmatischer Aspekt kommt noch hinzu: das aufführende Ensemble spart fünfzehn Bläser und Pauken. Allerdings sind ein sehr guter Organist und eine Orgel, die differenzierte klangliche Möglichkeiten bietet, Voraussetzungen für das Gelingen einer Aufführung des Werks in dieser Gestalt. Die kleinere Besetzung schafft eine deutlich transparentere Klanggestalt und ist damit – auch ohne die Bläserbesetzung, die weitgehend als „Harmonie“ fungiert, also nicht als solistisch selbständiges Klangelement – nicht so weit entfernt vom Klangbild, wie es sich am Ende des 18. Jahrhunderts zeigt, als die historischen Blasinstrumente deutlich weniger Phon produzierten als unsere modernen.

Die homophone Faktur der Sieben Worte, ihre warme Melodik und expressive Harmonik dürfen beim Einstudieren des Vokalparts nicht dazu verleiten, die Probenarbeit auf die leichte Schulter zu nehmen. Konsequent sorgfältiger Vokalausgleich und vielfältige, die agogischen und dynamischen Gestaltungsformen des ausgehenden 18. Jahrhunderts reflektierende klangliche Formen lassen hörbar werden, warum dieses Werk in der Zeit seiner Entstehung so erfolgreich war. Es ist ihm zu wünschen, dass die Angabe in der Chorsinfonik-Werkkunde des VDKC – „Aufführungshäufigkeit selten“ – geändert werden kann.

Die Sieben Worte werden in der genannten Version beim Abschlusskonzert des Chorfests, das der VDKC-Landesverband Baden-Württemberg vom 10. bis 13. März 2023 in Heidelberg veranstaltet, in der dortigen Universitätskirche St. Peter erklingen. Musizieren werden unter meiner Leitung die Camerata Carolina, der Kammerchor des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg, Vokalsolisten, der Organist Carsten Klomp und das Kammerorchester Camerata Viva Tübingen.

Franz Wassermann
18.11.2022

 

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11.02.2022

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