Ratinger Konzertchor verabschiedet Josef A. Waggin Drucken

Prof. Thomas Gabrisch übernimmt zum 40-jährigen Jubiläum

Thumbnail imageKonrad Beikircher moderierte in seiner genialen Art die glanzvolle Opern- und Operetten-Gala, mit der Josef A. Waggin sich am 28.09.2013 in der ausverkauften Ratinger Stadthalle von seinem Publikum und seinem Konzertchor ’73 in den Ruhestand verabschiedete und den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Prof. Thomas Gabrisch übergab.

Josef A. Waggin, am 27.07.1945 in Martinszell im Allgäu geboren, studierte nach dem Abitur katholische Kirchenmusik an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Daran schloss sich ein Aufbaustudium Dirigieren an mit Meisterkursen bei Prof. Helmut Rilling und Prof. Karl Münchinger. Von 1968 bis 2010 hatte er die Stelle des Kantors an der Pfarrkirche St. Josef in Düsseldorf Rath inne.

Über einen Zeitraum von vier Jahren war Josef A. Waggin Assistent des GMD Karl Anton Rickenbacher beim Westfälischen Sinfonieorchester Recklinghausen. Für zwei Spielzeiten hatte er einen Gastvertrag bei den Bochumer Symphonikern. Inzwischen hat Josef A. Waggin mit mehr als fünfzehn Berufsorchestern gearbeitet, u. a. als Gastdirigent des Eröffnungskonzertes der Festspiele Sanssouci anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Potsdam. Verpflichtungen zu Festspielen und Konzerten im europäischen Raum sowie in USA, Kanada und Israel bestätigen die Wertschätzung, die er als Künstler erfährt.

Im Jahr 1973 gründete sich der Konzertchor ’73 Ratingen, den Josef A. Waggin mit aus der Taufe hob und von Anfang an als „sein drittes Kind“ bezeichnet hat. Mit ihm führte er in den vierzig zurückliegenden Jahren die fünfzig bedeutendsten chorsinfonischen Werke auf, die zum größten Teil erstmalig in Ratingen erklangen und somit einen erheblichen Beitrag zum Kulturangebot der Stadt geleistet haben.

In den 108 gemeinsam musizierten Konzerten gab es unter den Solisten klangvolle Namen wie Agnes Giebel, Felicia Weathers, Karl Ridderbusch, Barry McDaniel und Adalbert Kraus. Highlights waren u. a. die Aufführung von Beethovens 9. Symphonie 1979, im Jahr 1991 das vom Chor auswendig dargebotene Mozart-Requiem mit Bildern des japanischen Künstlers Yoshio Yoshida, 1995 anlässlich des 50. Jahrestages der Beendigung des 2. Weltkriegs ein Konzert mit dem Verdi-Requiem im niederländischen Venlo, die Carmina Burana-Aufführung mit dem Ballett der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf, anlässlich der 725-Jahr-Feier der Stadt Ratingen im Jahr 2001, die 2003 vom Publikum sehr kontrovers aufgenommene Bach-Kantate Nr. 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ mit Wolf Biermann oder das im Jahr 2011 im Rahmen der Jüdischen Kulturtage aufgeführte Oratorium „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy, begleitet vom Israel Chamber Orchestra.

Neben dem Ratinger Konzertchor, den Waggin auch auf etliche Auslandsreisen u.a. nach Frankreich, Ungarn, USA und Israel begleitete, hatte er von 1980 bis 1992 auch die künstlerische Leitung des Collegium Vocale Düsseldorf inne sowie der Rather Konzerte (1980 bis 2010), die es auf 116 Aufführungen brachten.

Bereits im Jahr 1980 wurde Josef A. Waggin zum damals jüngsten „Chordirektor ADC“ Deutschlands ernannt. Im Verband Deutscher Konzertchöre engagierte er sich von 1986 bis 2005 als Vorsitzender des Landesverbandes NRW und Mitglied des Musikrates im Bundesverband, dessen Vorsitzender er von 1987 bis 2000 war.

„Ich bin äußerst zufrieden mit meinem Nachfolger“, kommentierte Josef Waggin das Votum des Chores für Thomas Gabrisch, dem er leichten Herzens den Taktstock für den zweiten Teil der Jubiläumsgala in die Hand drückte. Chor und Publikum dankten ihm mit Ovationen für seine großen Verdienste während der vergangenen vier Jahrzehnte.

Konzertchor ´73 Ratingen, Cornelia van Harten-Bierbrauer
24.10.2013