Partitur und Klavierauszug nach dem Urtext der Hallischen Händel-Ausgabe
Die Hymne für das 1739 gegründete erste Londoner Waisenhaus erklang zunächst im Mai 1749 und spielte als Benefizkonzert 350 Pfund Gewinn für die fehlenden Baukosten der geplanten Waisenhauskapelle ein.
Das Werk, dem im Folgejahr die ebenso erfolgreiche Londoner Erstaufführung des Messias (nach dessen Uraufführung 1742 in einer Konzerthalle in Dublin) in ebendem Waisenhaus folgte, überarbeitete Händel ab 1751 noch einmal für die offizielle Eröffnung der Kapelle am 16. April 1753 und erweiterte es dabei um drei Sätze. Er zitierte hierzu auch eigene Kompositionen wie das eingängige „Halleluja“ aus dem Messias, das sich in der 1753er Fassung der Foundling Hospital Anthem als Schlusschor wiederfindet. Für die Gesangstexte griff der Komponist auf biblische Psalmen und Prophetenbücher sowie auf die Paulus-Briefe des Neuen Testaments zurück.
Die Direktionspartitur, die heute im Foundling Museum in London hinter Glas zu betrachten ist, bildete die Grundlage für die Rekonstruktion der beiden Fassungen der Hymne, die ebenfalls bereits vom Bärenreiterverlag herausgegeben wurde (HHA Band III/14). Von Händels Sekretär kopiert, enthält diese Partitur aufschlussreiche Eintragungen zu Textverteilung und Dynamik sowie Korrekturen von der Hand des Komponisten. Die Urtext-Ausgabe im Rahmen der Hallischen Händel-Ausgabe bietet erstmals eine wissenschaftlich-kritische Edition des Notentexts der Fassung von 1753.
Informationen:
Georg Friedrich Händel, Foundling Hospital Anthem, HWV 268, Partitur, hrsg. von Stephan Blaut, Urtext der Hallischen Händel-Ausgabe, Bärenreiter-Verlag | Partitur: ISMN 979-0-006-58004-0 | 52,- Euro | Bestellung
Georg Friedrich Händel, Foundling Hospital Anthem, HWV 268, Klavierauszug, hrsg. nach dem Urtext der Hallischen Händel-Ausgabe von Andreas Köhs, Bärenreiter-Verlag | Klavierauszug: ISMN 979-0-006-58005-7 | 21,95 Euro | Bestellung
Stephan Blaut (Bärenreiter), Dr. Cornelie Becker-Lamers (VDKC)
23.02.2026



