for mixed voices & chamber orchestra or organ
Der norwegische Komponist Kim André Arnesen hat bei Boosey & Hawkes sein Stabat Mater für Hohe Stimmen (UA 2020) jetzt in einer Version für gemischten Chor vorgelegt.
Der überlieferte und über die Jahrhunderte hinweg bereits vielfach vertonte hochmittelalterliche Passionshymnus, der die Schmerzen der Gottesmutter angesichts ihres sterbenden Sohnes meditiert und so die Barmherzigkeit der Zuhörer entwickeln und kultivieren möchte, wird von Arnesen durch zwei Gedichte ergänzt, die dem heutigen Publikum die Thematik emotional noch einmal ganz neu nahebringt.
Da ist zum einen der Text „A Mother‘s Prayer“, den der Librettist Euan Tait (* 1968) eigens für Arnesens Werk geschrieben hat. Der Autor beschreibt darin das Gefühl der Hilflosigkeit einer Mutter, die ihr Kind leiden und sterben sieht. Arnesen fügt das Gedicht vor dem „Eja Mater“ des lateinischen Hymnus ein, in welchem der Zuhörer die Gottesmutter um die Empfindung des Mitleids bittet.
Und da ist das anonyme Gedicht eines krebskranken Kindes, dessen Krankenschwester Jessica McFarland die Botschaft des Kindes in reimloser und freier Metrik festgehalten hat. Das Gedicht spricht von der engelhaften Unschuld der Kinder, die viel zu früh sterben müssen und scheinbar nur zur Erde gekommen sind, um uns in Liebe und Mitleid zu unterrichten.
Arnesen hat sein Werk all den Eltern gewidmet, die ein Kind verloren haben. Durch die ergänzenden Texte hat er ein Werk geschaffen, das diesseits einer umfassenden Neuevangelisierung doch die christliche Botschaft von Mitleid und Barmherzigkeit noch einmal in unsere säkularisierte Welt tragen kann.
Informationen:
Kim André Arnesen: Stabat Mater for mixed voices & chamber orchestra or organ, Boosey & Hawkes | ISMN 979-0-060-15240-5 | 14,50 Euro | Bestellung
Kim André Arnesen, Dr. Cornelie Becker-Lamers
27.11.2025



