Foto: Cover (Verlag)

Jazz für den Chor

Der Komponist Will Todd ist kein Unbekannter: Seine Jazz-Messe „Mass in blue“ wurde von Chören auf der ganzen Welt aufgeführt und auch sein Arrangement von „Amazing Grace“ erlangte durch Aufführung beim Gottesdienst zum Amtsantritt von Barack Obama Aufmerksamkeit.

Todd arbeitete mit unzähligen ausgezeichneten Ensembles wie The Sixteen, Tenebrae, den BBC Singers, dem English Chamber Orchestra, St Martin’s Voices oder der Genesis Foundation zusammen. Sein Werk besteht aus großen und kleinen Kompositionen für Chöre, aus Opern, Musiktheaterstücken, Orchesterstücken und Kammermusik. Stets ist der Jazz-Einfluss hörbar. Die Auswahl verschiedenster Gattungen macht es nicht verwunderlich, dass Todd bei Amateur- und Profisänger*innen gefragt ist. Mit Auftragsarbeiten, Aufführungen und als Dirigent ist er international unterwegs. 

Der Verlag Boosey & Hawkes hat nun mit „Songs of love“ ein Werk von Will Todd veröffentlicht, dass bereits 2011 von der Dirigentin Elena Sharkova und ihrem Chor Symphony Silicon Valley Chorale in Auftrag gegeben wurde. Es besteht aus den drei Sätzen „I love you“, „A Kiss“ und „I sing because“, wobei sich sowohl eine Gesamtaufführung lohnt, aber auch das Herausgreifen einzelner Sätze möglich ist. Das Stück für vierstimmen (bzw. bei teilweiser Teilung der Stimmen für achtstimmigen) Chor kann von Klavier begleitet, aber auch mit Jazz-Trio (Klavier, Bass, Schlagzeug) und Sopran-/Alt-Saxophon aufgeführt werden. Der Text stammt von Nils Peterson, der sich beim Verfassen an griechischen Liebesgedichten orientierte. Todd fand die Texte von Peterson auf Anhieb inspirierend und konnte ihn 2012 sogar persönlich treffen.

Todd gibt im Vorwort seine Vorstellungen zur Umsetzung an die Musizierenden weiter. So soll der erste Satz mit den sich wiederholenden Klavier-Rhythmen und dem darüberliegenden Gesang ruhig und gleichmäßig dahinschreiten, während er sich im zweiten Satz, einem schnellen, jazzigen Walzer, einen Chor mit ekstatischer Energie wünscht. Der dritte Part schließlich, der mit Liebeskummer auf die gute Zeit zurückschaut, soll sanft beginnen und immer mehr an Kraft gewinnen.

Will Todd hat mit „Songs of love“ ein ungewöhnliches Jazz-Werk komponiert, dessen Einstudierung mit rhythmisch versiertem Chor sicher viel Freude bereitet.

Informationen: Will Todd (*1970): Songs of love. Vocal Score for mixed voices & piano with optional bass, drums & saxophone, Boosey & Hawkes, ISMN 979-0-060-12538-6, 13,34 Euro I Bestellung

VDKC
Boosey & Hawkes

01.07.2022

 

 

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