Deutsch-polnisch-litauische Chorbegegnung

Thumbnail imageIm Oktober 2016 reiste der Leipziger Synagogalchor auf Einladung des 13. Internationalen Musikfestivals „Pax et bonum per musicam“ zu einem besonderen Ereignis nach Wrocław: Im Rahmen des Kulturprogramms der Europäischen Kulturhauptstadt 2016 fand eine Begegnung dreier Chöre unterschiedlicher musikalischer Wurzeln aus drei Ländern statt, deren Ziel die gemeinschaftliche Uraufführung eines Auftragswerks war – eben jener Sinfonie Ubi Caritas des polnischen Komponisten Henryk Jan Botor, geschrieben für Chöre und Orchester. Die Sinfonie thematisiert das Miteinander unterschiedlicher Konfessionen (Katholizismus, Protestantismus, orthodoxe Kirche und Judentum), welche die Liebe zu Gott eint.

Neben dem Leipziger Synagogalchor nahmen der litauische Kammerchor Aidija aus Vilnius und der polnische orthodoxe Männerchor Oktoich aus Wrocław an dem Festival teil. Gemeinsam führten die drei Chöre in zweieinhalb Tagen die Chorparts zusammen. Die Proben wurden von den namhaften polnischen Chor- und Orchesterdirigentinnen Agnieszka Franków-Żelazny, Izabela Rybska-Polakowska und Anna Duczmal-Mróz geleitet. In Workshops, die die Dirigenten der drei Chöre – Romualdas Gražinis (Vilnius), Grzegorz Cebulski (Wrocław) und Ludwig Böhme (Leipzig) – übernahmen, brachte jeder Chor Stücke seines Repertoires ein, die gemeinschaftlich zum Abschlusskonzert aufgeführt werden sollten. Wir lernten litauische Volksweisen und einen altslawischen Gesang, aus unserem Repertoire stellten wir den Chören eine Psalmvertonung von Louis Lewandowski vor, für deren Orgelbegleitung wir den Komponisten Henryk Jan Botor gewinnen konnten. Abgerundet wurde die Werkstatt durch abendliche Vorträge der Chorleiter über die vertretenen Musikrichtungen. So durfte Ludwig Böhme dem jungen Publikum aus Vilnius die Geschichte und Vielfalt der jüdischen Musik nahebringen.

Thumbnail imageAm letzten Tag, nachdem wir vormittags den Alten Jüdischen Friedhof und die Synagoge zum weißen Storch besuchen konnten, begannen mittags die Proben mit dem Kammerorchester des Polnischen Rundfunks Amadeus, die uns die gesamte Schönheit der Sinfonie eröffneten. Besonders berührt waren wir von der Komposition und Orchestrierung unseres Solostücks, einer Bearbeitung des jüdischen Gebets „Avinu malkeinu – Unser Vater, unser König“, Bestandteil der Liturgie zu den Hohen Feiertagen. Und zum unvergesslichen Erlebnis wurde das abendliche Konzert der Uraufführung unter der Leitung von Anna Duczmal-Mróz in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche zum Heiligen Kreuz auf der malerischen Dominsel.

Leipziger Synagogalchor
16.11.2016

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