Chor würdigt Dirigenten

Thumbnail imageAls Achim Zimmermann im Frühjahr 1989 als Nachfolger von Dietrich Knothe zum Direktor der Berliner Singakademie gewählt wurde, ahnte kein Mensch, dass er diesen Chor, der seinen Sitz im Ostteil der Stadt hatte, in eine politisch – und damit auch kulturpolitisch – turbulente Zeit hinein führen musste. Am 9. September ist in der Berliner Zeitung zu lesen, dass mit ihm ein junger Chorerzieher zur Verfügung stehe, der auch in Berlin schon mehrfach auf seine große Befähigung aufmerksam machen konnte.

Auf den Tag genau zwei Monate später fiel die Mauer – die Stadt war eine andere. Alte Gewissheiten standen in beiden Teilen der Stadt zur Disposition. Künstlerisch war die Berliner Singakademie durch die Arbeit von Knothe gefestigt und sie konnte sich mit Selbstbewusstsein in das künstlerische Ensemble der sich wieder vereinigenden Stadt hinein begeben. Aber es gab doch eine Mentalität bei vielen, die fragte, ob man das, was in beiden Teilen der Stadt je für sich existierte, künftig so noch für die Gesamtstadt brauchen werde. Für Achim Zimmermann war von Anfang an klar, dass die Berliner Singakademie nur Bestand haben kann, wenn ihre künstlerische Qualität in der Konkurrenz mit anderen Chören weiterhin und dauerhaft gesichert bleibt.

Voraussetzung dazu waren eine Programmgestaltung, die die Mitglieder des Chores genauso fesselte wie ihr Publikum, eine verstärkte musikalische Arbeit im Bereich des A-cappella-Gesangs als wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung und die Suche nach musikalischen Herausforderungen durch die Erarbeitung und Pflege zeitgenössischer Chormusik bis hin zu Aufführungen von eigens für die Singakademie komponierten Werke.

In all diesen Bereichen vermochte und vermag Achim Zimmermann bis heute durch seine leidenschaftliche Liebe zur Musik und der damit verbundenen intensiven Probenarbeit den Chor zu motivieren und das Publikum zu begeistern. Es ist nicht leicht, Schwerpunkte zu benennen, aber die Pflege der Chormusik von Felix Mendelssohn Bartholdy ist für ihn unverzichtbar, er hat sich im Laufe seiner Tätigkeit in Berlin zu einem wirklichen Experten für die Interpretation dieses mit der Singakademie-Tradition eng verbundenen Komponisten der Romantik entwickelt. Von den Komponisten des vorigen Jahrhunderts spielt das Werk Hanns Eislers in der Tradition des Chores eine wichtige Rolle, der sich Zimmermann verpflichtet weiß und der immer wieder aufscheint - neben Honneger, Martinu, Martin, Britten und Georg Katzer, dessen „Medea in Korinth“ in dieser Spielzeit wieder auf dem Programm steht.

Die Berliner Singakademie gratuliert Achim Zimmermann zu seinem 25-jährigen Jubiläum und sie gratuliert sich selbst zu einem solchen künstlerischen Leiter. Wir wünschen uns viele weitere Jahre mit ihm und seiner Musikalität.

Nikolaus Sander, Berliner Singakademie
27.11.2014

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