Konzert und offene Probe in Blankenhain im Rahmen des Projekts „Land in Klang – Teilhabe durch Chormusik“
Wie klingt der Anfang der Welt? Und wie lassen sich uralte biblische Texte so erzählen, dass sie Menschen heute berühren und zum Nachdenken anregen? Diesen Fragen widmete sich das Projekt „Die Schöpfungsgeschichte | Ein immersives Konzert-Erlebnis“, das der Philharmonische Chor Weimar gemeinsam mit der Kirchgemeinde Blankenhain im Rahmen von „Land in Klang“ realisierte.
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass biblische Geschichten zwar zu den Grundlagen christlicher Tradition gehören, ihre Bedeutung heute jedoch oft neu erschlossen werden muss. Gleichzeitig mangelt es insbesondere im ländlichen Raum häufig an niedrigschwelligen Angeboten, die Menschen aktiv an anspruchsvoller Chormusik teilhaben lassen. Das Projekt brachte beide Aspekte zusammen: die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Schöpfungsgeschichte und den unmittelbaren Zugang zu klassischer Chormusik.
Beteiligt waren der Philharmonische Chor Weimar unter der Leitung von Ralf Jorik Schöne, die Kirchgemeinde Blankenhain mit Pfarrer Dr. Markus Hille, Konfirmandinnen und Konfirmanden, die Kinder der Christenlehre sowie zahlreiche interessierte Menschen aus Blankenhain und Umgebung. Gemeinsam entstand ein Konzertformat, das weit über eine klassische Aufführung hinausging.
Bereits am Nachmittag des 29. März 2026 öffnete der Chor seine Probenarbeit für die Öffentlichkeit. Besucherinnen und Besucher konnten erleben, wie die Chöre aus Joseph Haydns berühmtem Oratorium „Die Schöpfung“ erarbeitet werden, Fragen stellen und selbst mitsingen. Vier mutige Blankenhainerinnen und Blankenhainer entschieden sich sogar spontan, die einstudierten Chorsätze am Abend gemeinsam mit dem Philharmonischen Chor aufzuführen. So wurde aus einem Konzertprojekt ein echtes Gemeinschaftserlebnis.
Der Höhepunkt des Tages war das abendliche Konzert in der Kirche St. Severi in Blankenhain. Ziel war es, die Schöpfungsgeschichte nicht nur hörbar, sondern mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Die historische Kirche bot dafür einen eindrucksvollen Rahmen. Lesungen durch die Konfirmandinnen und Konfirmanden führten durch die biblische Erzählung. Eine kleine Ausstellung mit Bildern der Christenlehrekinder zeigte individuelle Zugänge zum Thema Schöpfung. Farbige Lichtinstallationen ließen das Kirchengewölbe in wechselnden Stimmungen erstrahlen, während Projektionen den Altarraum in einen atmosphärischen Erlebnisraum verwandelten.
(Philharmonischer Chor Weimar)
Zwischen diesen Elementen erklangen Auszüge aus Haydns „Schöpfung“ und Werke, die sich mit Licht, Leben und Dankbarkeit befassen. Die Musik wurde so nicht nur Konzertbeitrag, sondern Teil einer größeren Erzählung. Publikum und Ausführende erlebten die Geschichte gemeinsam, statt ihr lediglich zuzuhören. Viele Besucherinnen und Besucher berichteten im Anschluss, dass sie die Verbindung aus Musik, Raum, Licht, Text und Beteiligung als besonders intensiv und berührend empfunden hätten.
Dirigent Ralf Schöne (Ralf Schöne)
„Die Schöpfungsgeschichte | Ein immersives Konzert-Erlebnis“ zeigt beispielhaft, wie Chormusik Menschen zusammenbringen, kulturelle Teilhabe fördern und neue Formen der Begegnung ermöglichen kann. Das Projekt hat nicht nur einen besonderen Konzertabend geschaffen, sondern auch gezeigt, welches Potenzial in Kooperationen zwischen Chören, Kirchengemeinden und engagierten Menschen vor Ort steckt.
Dr. Evelyn Kästner
28.07.2026




