Foto: Screenshot (VDKC)

Ludwig van Beethoven und seine „unsterbliche Geliebte“ Josephine Brunsvik

„Hast du ein Selfie für mich?“, fragt Ludwig. „Aber dann bekomme ich auch eins von dir“, entgegnet Josephine.

Diesen Film-Dialog hat es in Wirklichkeit zwar nie gegeben, die Beziehung zwischen Ludwig van Beethoven und der adeligen Josephine Gräfin Deym geb. von Brunsvik freilich schon. Pünktlich zum 250. Geburtstag des Komponisten am 17. Dezember präsentiert der Kinderchor des Aalto-Theaters mit seinem Leiter Patrick Jaskolka einen Spielfilm, der sich Beethovens Liebe zu eben jener jungen Gräfin widmet. „Josephine, kann ich deine Nummer haben?“ lautet der Titel der 30-minütigen Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Beethoven, gespielt von David Kösters, und Josephine, gespielt von Marlene Goksch.

1799 gibt der 28-jährige Beethoven der zehn Jahre jüngeren Josephine Klavierunterricht und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Auch Josephine empfindet viel für den in Wien hoch geachteten Musiker und Komponisten, doch wegen des Standesunterschiedes ist mehr als eine platonische Verbindung nicht möglich. Zweimal ist Josephine unglücklich verheiratet, der Kontakt zu Ludwig bricht nie völlig ab. Am Ende steht Beethovens berühmter Brief an die „unsterbliche Geliebte“ – ob er Josephine gilt, ist bis heute ein Rätsel.

Der Film transportiert die Liebesgeschichte in unsere heutige Zeit. Ludwig und Josephine schreiben sich Handy-Nachrichten und telefonieren miteinander. Auch der Schauplatz wurde verlegt – von Wien nach Essen. Das Drehbuch entwickelte Patrick Jaskolka mit Unterstützung von vier Jugendlichen des Aalto Kinderchores. Schließlich möchte der Film in erster Linie diese Altersgruppe ansprechen. Natürlich bekommt man auch viel Musik zu hören. So hat der Aalto Kinderchor seine Auftritte, begleitet von der Pianistin Iva Jovanović. Und die Essener Philharmoniker steuern Auszüge aus der „Eroica“-Sinfonie bei.
 
Angeregt zu diesem Filmprojekt wurde Patrick Jaskolka durch das Förderprogramm „B33THOV3N…AND3RS“ des Bundesmusikverbandes Chor & Orchester. Ziel des Programms ist es, sich mit dem Leben und Schaffen Beethovens in neuer Weise auseinanderzusetzen. Ursprünglich als Konzertveranstaltung geplant, entwickelte Jaskolka aufgrund der Corona-Situation dann aber ein digitales Projekt. Der Film fließt gleichzeitig in einen Videowettbewerb des Bundesmusikverbandes Chor und Orchester ein, die Ergebnisse werden voraussichtlich ab April 2021 bekanntgegeben.
 
Die eintrittsfreie Filmpremiere von „Josephine, kann ich deine Nummer haben?“ findet am Donnerstag, 17. Dezember, um 19 Uhr auf dem YouTube-Kanal des Aalto Kinderchores statt. Danach ist das Video weiterhin kostenlos aufrufbar.
 
Informationen:
 
Film: „Josephine, kann ich deine Nummer haben?“ | Aalto Kinderchor, Essener Philharmoniker | Marlene Goksch (Josephine Gräfin Deym geb. von Brunsvik), David Kösters (Ludwig van Beethoven), Iva Jovanović (Klavier), Patrick Jaskolka (Musikalische Leitung und Konzept)
 
 

Aalto Kinderchor

14.12.2020

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