Formulierungen und Checklisten auf www.frag-amu.de
Das gemeinsame Singen im Chor in einer vielfältigen Gemeinschaft ist weit mehr als musikalische Arbeit, sondern ebenso Ausdruck gelebter Demokratie.
Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Perspektiven kommen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Dabei entstehen nicht nur musikalische Ergebnisse, sondern auch Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Neben der erfüllenden künstlerisch-musikalischen Arbeit kann erfolgreiche Chorarbeit zugleich nur dann funktionieren, wenn die Mitglieder gemeinsam Verantwortung übernehmen, sich ehrenamtlich einbringen und im Sinne der Gemeinschaft handeln. In vielen Chören engagieren sich gewählte Vorstände für innerchorische und organisatorische Belange. Häufig sind Chöre viel mehr als die Summe ihrer einzelnen Individuen, nämlich ein charaktervolles Universum.
Trotz sorgfältiger Auswahl neuer Chormitglieder, die nicht nur Wert auf stimmliche Eignung legt, sondern auch auf menschliche Passung, kann es dazu kommen, dass sich Mitglieder auf eine Weise verhalten, die dem Miteinander und dem Verein schaden: Dazu gehören wiederholte Störungen des Probenbetriebs, mangelnde Zuverlässigkeit, diskriminierendes Verhalten gegenüber anderen Chormitgliedern oder Schwierigkeiten im Bereich der Vereinsorganisation und -verwaltung, einschließlich finanzieller Angelegenheiten. In solchen Fällen sind direkte Aktivitäten von verantwortlichen Personen des Chores notwendig. Meist helfen persönliche Besprechungen zum Erfolg, der im Ernstfall eben auch ein freiwilliger Choraustritt sein kann.
Besonders ernst zu nehmen sind Entwicklungen, die die demokratischen Grundwerte der Gemeinschaft infrage stellen und durch extremistische oder demokratiefeindliche Tendenzen das respektvolle Miteinander und die offene Vereinskultur gefährden. Um derartigen Herausforderungen angemessen begegnen zu können, bietet das Amateurmusikportal frag-amu.de eine Vielzahl hilfreicher Muster und Vorlagen mit praktischen Empfehlungen:
In einem Selbstcheck für Vereine können Chöre ihre demokratischen Strukturen kritisch reflektieren und überprüfen, wie sie in Bezug auf Positionen wie Mitbestimmung, Transparenz, Teilhabe und Vielfalt stehen.
Zudem werden Musterformulierungen für die Vereinssatzung in Form einer Werteklausel sowie Kriterien für Extremfälle, wie den forcierten Mitgliederausschluss, zur Verfügung gestellt. Ebenso können sich Chöre bei dem Entwurf eines Leitbilds, das die Werte und Ziele des Vereins für die Öffentlichkeit und die Mitglieder zusammenfasst, an einer Musterformulierung orientieren. Um fair und satzungsgerecht mit vereinsschädigendem Verhalten umgehen zu können, wird hier auch eine Checkliste zu Bearbeitungsstufen und ein Kurzprotokoll bei Verdacht auf vereinsschädigendes Verhalten zur Verfügung gestellt.
Chöre, die regelmäßig als Veranstalter auftreten, sollten sich ebenso gedanklich damit auseinandersetzen, wie in Fällen zu reagieren ist, die das Publikum betreffen. Eine Checkliste zur Vorgehensweise für den Umgang mit extremistischen Äußerungen bei Veranstaltungen kann hier hilfreich sein. Eine umfangreiche Broschüre „Zwischentöne erkennen“ zur Handlungssicherheit bei extremistischen Tendenzen wird zum Herunterladen angeboten.
Weitere hilfreiche Dokumente, wie unter anderem Vorlagen zur Haus- und Probenordnung oder Musterformulierungen für Honorarverträge in Bezug auf Vereinswerte, die die Chororganisation auch im Regelbetrieb vereinfachen können, sind ebenso auf frag-amu.de abzurufen.
Carolina Ihlenfeld
22.06.2026



