Jubiläumskonzerte am 24. und 25.05.2014 in Johanngeorgenstadt und Leipzig

Thumbnail imageWas verbindet eine Bergbaustadt im Erzgebirge, die „Psalmen Davids“ von Heinrich Schütz und ein 15-jähriges Vocalconsort aus Leipzig? Nun, Anlass für diese Liaison ist das 360. Gründungsjubiläum von Johanngeorgenstadt. Die Genehmigung zur Gründung 1654 erteilte kein geringerer als Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen; dafür bestimmte er, dass die Stadt nach ihm benannt werden sollte. Auf der Suche nach Musik für dieses Stadtjubiläum stieß Dirigent und Chorleiter Gregor Meyer wiederum auf Heinrich Schütz. Dieser stand von 1617 bis 1657 in Dresden als Kapellmeister bzw. ab 1619 als churfürstlich-sächsischer Hofkapellmeister in den Diensten von Johann Georg I. In Dankbarkeit für das endgültig übertragene Direktorium und Kapellmeister-Amt am Sächsischen Hof hatte Schütz bereits 1619 seinem Dienstherrn die „Die Psalmen Davids sampt etliche Motetten und Concerten“ SWV 22-47, mehrchörige Kompositionen mit Generalbass, gewidmet.

Premiere in Johanngeorgenstadt

„Vermutlich sind die Werke dieses Sammeldrucks noch nie in Johanngeorgenstadt erklungen“, sagt Meyer – das Vocalconsort stellt diese Verbindung nun erstmal her. „Aus den 26 Psalmen habe ich elf ausgewählt, um ein möglichst vielfarbiges Abbild der gesamten Sammlung zu geben.“ Der 35-köpfige Kammerchor präsentiert also mit 20 Instrumentalisten und vier Solisten die prächtigen Psalmen in einer Stadt, die Anfang der 1950er Jahre zu Hoch-Zeiten des Uranbergbaus etwa 45.000 Einwohner zählte, nun aber einen enormen Rückgang der Bevölkerungszahl verkraften muss - 2011 zählte die Stadt nur noch etwa 4.500 Einwohner. „Wir möchten den Johanngeorgenstädtern Musik aus der Gründungszeit ihrer Stadt zum Jubiläum präsentieren und damit auch ein bisschen Mut in schweren Zeiten machen“, erklärt der Chorleiter seine Idee.

Von Calvisius bis John Lennon

Gegenüber einem Stadtjubiläum von 360 Jahren nimmt sich der 15. Geburtstag natürlich bescheiden aus. Aber Gregor Meyer ist stolz auf „seinen“ Chor, den er 1999 noch im Studium gründete und der mit den Jahren ein interessantes Profil entwickelt hat. „Ein Schwerpunkt unseres Repertoires ist die Chormusik Alter Meister“, sagt Meyer. Das wäre an sich noch nichts Besonderes, hätte sich das Vocalconsort Leipzig nicht zum Beispiel dafür eingesetzt, dass der ehemalige Leipziger Thomaskantor Sethus Calvisius (1556-1615) mit seinen Kompositionen zwischen Renaissance und Barock wieder ins musikalische Bewusstsein gelangt.

Andere Epochen klammert das Vocalconsort Leipzig natürlich nicht aus: Auch die Chorwerke eines zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Spätromantikers, des Leipziger Organisten und Professors am Conservatorium, Sigfrid Karg-Elert brachte es 2006 wieder zu Gehör. „Außerdem lieben wir cross-over-Projekte“, schwärmt Gregor Meyer, „wir arbeiten gern mal mit einer Band zusammen oder arrangieren Pop-Songs, z. B. ein ganzes Programm mit Werken von John Lennon“. Diese Vielfalt ist durch die derzeit sieben CDs des Vocalconsort Leipzig dokumentiert.

Dass im Jubiläumsjahr ein großes Konzert in der Heimatstadt nicht fehlen darf, ist klar: am 25. Mai 2014 singt der umtriebige Kammerchor die „Psalmen Davids“ von Schütz nochmals in der Leipziger Philippuskirche.

Informationen
Jubiläumskonzert 15 Jahre Vocalconsort Leipzig: Heinrich Schütz: Die Psalmen Davids
Samstag | 24.05.2014 | 17 Uhr, Stadtkirche Johanngeorgenstadt
Sonntag | 25.05.2014 | 17 Uhr, Philippuskirche Leipzig-Lindenau
Vocalconsort Leipzig | Ensemble Meliloton | Heidi Maria Taubert – Sopran | David Erler – Alt | Tobias Hunger – Tenor | Friedemann Klos – Bass | Leitung: Gregor Meyer

Heike Bronn, Vocalconsort Leipzig
14.04.2014

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