Einladung zur Teilnahme am VDKC-Praxistag am 26. September in Tübingen
Im Rahmen des Projektes „Wissensbrücke Chorwelt: Vernetzen. Agieren. Teilen“ möchte der Verband Deutscher KonzertChöre den Austausch zu innovativen künstlerischen Arbeitsweisen fördern und Mitgliedschöre dabei unterstützen, neue Impulse für ihre chorische Praxis zu gewinnen.
In den vergangenen Jahren hat die Verbindung von Chormusik und Bewegung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Chöre entdecken die Möglichkeiten, musikalische Ausdruckskraft durch szenische Elemente, choreografische Gestaltung und bewusste Körperarbeit zu erweitern. Dabei entstehen ganz unterschiedliche Ansätze – von kleinen gestischen Impulsen über einfache Raumkonzepte bis hin zu komplexen Bewegungsabläufen, die integraler Bestandteil einer Aufführung werden. Viele Chöre stehen dabei vor ähnlichen Fragen: Welche Formen von Bewegung sind für Amateurensembles realistisch umsetzbar? Wie lassen sich musikalische Qualität und choreografische Anforderungen miteinander verbinden? Und wie können unterschiedliche Voraussetzungen innerhalb eines Chores berücksichtigt werden?
Praxistag in Tübingen: Chor und Bewegung
Um diesen Fragen praxisnah nachzugehen, lädt der Verband Deutscher KonzertChöre am 26. September 2026 zum Praxistag „Chor in Bewegung – Choreografische Konzepte für Amateurchöre“ nach Tübingen ein.
Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit der Choreographin Adriana Mortelliti und dem Südwestdeutschen Kammerchor Tübingen. Der Kammerchor fungiert dabei als Kernensemble des Workshops und ermöglicht es, verschiedene künstlerische Arbeitsweisen unmittelbar in der Praxis zu erleben. Die Teilnehmenden des Workshops sind eingeladen, singend und bewegend mitzuwirken.
Anhand von 3 bis 4 ausgewählten Chorwerken werden unterschiedliche Wege der Verbindung von Gesang, Bewegung und szenischer Gestaltung vorgestellt. Jedes Werk wird mit einem eigenen choreografischen Ansatz erarbeitet, sodass die Teilnehmenden verschiedene Modelle und Schwierigkeitsgrade kennenlernen können – von reduzierten Bewegungsformen bis hin zu umfassenderen szenischen Konzepten.
Die Teilnehmenden erhalten konkrete Einblicke in den künstlerischen Prozess und erleben unmittelbar, wie unterschiedliche choreografische Ideen entstehen, entwickelt und mit einem Chor umgesetzt werden können. Dabei wird sichtbar, welche Anforderungen die jeweiligen Konzepte an Ensemble, Chorleitung und Probenarbeit stellen. In der gemeinsamen Arbeit wird untersucht, wie Bewegung sinnvoll in die chorische Arbeit integriert werden kann und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind.
„Chor in Bewegung – Choreografische Konzepte für Amateurchöre“ kann in diesem Zusammenhang vieles bedeuten. Zum Beispiel:
- Singen mit und ohne Noten in bewegten Aufführungssituationen
- Choreografische Konzepte, bei denen sich der gesamte Chor bewegt
- Modelle, bei denen einzelne Stimmgruppen oder nur ein Teil des Chores szenisch eingebunden werden
- Kleine Gesten, Bewegungsimpulse und einfache Raumwege als Erweiterung musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten
- Inszenierungen, die ohne großen Probenaufwand realisierbar sind
- Komplexere Bewegungsabläufe und choreografische Konzepte für erfahrene Ensembles
- Die Zusammenarbeit von Chorleitung und Choreographie
- Strategien zur Vermittlung von Bewegungsabläufen in Amateurensembles
- Möglichkeiten der Verbindung von musikalischer Interpretation, Raumwirkung und körperlichem Ausdruck
Diesen Aspekten wird der Workshop besonderen Raum geben und sie auf ihre praktische Umsetzbarkeit im Kontext von Amateur- und Konzertchören hin untersuchen. Die Arbeit an drei unterschiedlich konzipierten Chorwerken bietet dabei einen unmittelbaren Vergleich verschiedener Herangehensweisen und eröffnet vielfältige Anregungen für die eigene Ensemblepraxis.
Inhalt
- Praktischer Workshop mit der Choreographin Adriana Mortelliti und dem Südwestdeutschen Kammerchor Tübingen (Einstudierung: Judith Mohr)
- Erarbeitung von drei bis vier Chorstücken mit einem eigenen choreografischen Ansatz, der Gesang, Bewegung und szenischer Gestaltung verbindet
- Verschiedene Modelle und Schwierigkeitsgrade
- Konkrete Einblicke in den künstlerischen Prozess der Entstehung unterschiedlicher choreografischer Ideen entstehen und deren unmittelbarer Umsetzung mit einem Chor
- Voraussetzungen für die Integration von Bewegung in chorische Arbeit
Workshopleitung
Adriana Mortelliti, praktische Workshopleitung
Adriana Mortelliti, freiberufliche Kostümbildnerin, Choreographin und Tanzdozentin, wurde in Reggio Calabria geboren und absolvierte ihre Ausbildung zur Tänzerin und Pädagogin an der S.P.I.D (Scuola Professionale Italiana Danza) Berufsfachschule für Tanz in Mailand. Außerdem studierte sie ein volles Studium der Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Mailand, das sie gleichfalls abschloss.
Vor diesem Hintergrund entwarf sie Kostüme für Produktionen der Movers Dance Company in Zürich, das Stadttheater Augsburg, Staatstheater Cottbus, Stadttheater Kempten, das Tiroler Landestheater Innsbruck , Theater Nordhausen, Balletto di Milano, das Luzerner Theater, Vanemuine Theatre Tartu (Estonia), Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Schlossfestspiele Schwerin, Theater Trier, Stadttheater Bremerhaven, Theater Vorpommern, Delattre Dance Company, Bayerische Theaterakademie August Everding München und das Kroatisches Nationaltheater in Zagreb.
In wechselnden festen Engagements war sie als Tänzerin bei der Movers Dance Company in Zürich verpflichtet, am Ballett-Theater Augsburg und, als Gasttänzerin, auch am Teatro alla Scala Milano, am Opernhaus Zürich und am der Kammeroper Wien.
Choreografien schuf sie für das Staatstheater Augsburg, Staatstheater Cottbus, Balletto di Milano, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Schlossfestspiele Schwerin, Theater Nordhausen, Theater Trier, Cairo Opera House, Accademia Nazionale di Danza Roma.
Als Pädagogin für Modernen Tanz und Choreographische Assistentin, führten sie Engagements zum Staatsballett Berlin, ans Béjart Ballet Lausanne, an Seefestspiele Mörbisch, an das Teatr Wielki Lodz, ans Opernhaus Krakau, an die Opera Wroclaw, Baltic Opera Danzig, National Moravian-Silesian Theatre Ostrava, ans Staatstheater Cottbus, zum Balletto di Milano und Salzburger Festspielen.
Bei Internationalen Tanz- und Choreographie-Wettbewerben wurde sie ausgezeichnet in Japan, Spanien, Italien und Deutschland.
Judith Mohr, Choreinstudierung
Judith Mohr ist seit 2023 mit einer Professur für das Fach Chorleitung an der Universität der Künste in Berlin tätig. Die ehemalige Stipendiatin der Chorakademie des SWR Vokalensembles und des Forums Dirigieren des Deutschen Musikrates ist künstlerische Leiterin des Kölner Kammerchores CONSTANT sowie des Südwestdeutschen Kammerchores Tübingen. Einstudierungen führten sie zur Chorakademie des WDR Rundfunkchores sowie zum SWR Vokalensemble.
Judith Mohr studierte zunächst Germanistik und Schulmusik sowie Chorleitung bei Prof. Marcus Creed in Köln. Darauffolgend studierte sie Chorleitung im Masterstudiengang bei Prof. Denis Rouger in Stuttgart.
Sie vertritt die Chormusik im Ehrenamt als Vizepräsidentin des BMCO, im künstlerischen Beirat des Bundesjugendchores sowie im Projektbeirat Chor des Deutschen Musikrats. Im April 2024 wurde sie zur Vorsitzenden des Künstlerischen Beirats des VDKC gewählt.
Kernensemble des Workshops
Südwestdeutscher Kammerchor
Der Südwestdeutsche Kammerchor Tübingen ist ein gemischtes Vokalensemble, das sich anspruchsvoller Chorliteratur aus allen Epochen widmet und seit 2019 unter der Leitung von Judith Mohr steht.
Die je nach Projekt 40 bis 50 Sänger*innen aus Tübingen und ganz Baden-Württemberg bringen langjährige chorische und stimmliche Erfahrungen mit. In monatlichen Probenwochenenden erarbeitet der Chor drei bis vier verschiedene Programme im Jahr.
Als einer der renommiertesten Chöre der Region lässt der SWDK bei seinen Konzerten in Tübingen und Umgebung die ganze Bandbreite der Chormusik erklingen: von A-cappella-Stücken der Renaissance über chorsinfonische Werke bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Eine große stilistische Vielfalt und Internationalität der Werke, prägnanter Ausdruck und expressive Intensität charakterisieren die Konzerte des Chores.
Wann und wo?
Samstag, 26.09.2026
10:30–16:30 Uhr
Gemeindehaus Lamm, Am Markt 7, 72070 Tübingen
Anmeldeschluss
01.09.2026
Voraussetzung
Eine sängerische Vorbereitung auf die ausgewählten Stücke wird erwartet. Übe- und Vorbereitungsmittel werden dafür nach verbindlicher Anmeldung zum Workshop und Anmeldeschluss zur Verfügung gestellt.
Teilnahmegebühr
Die Teilnahme am VDKC-Praxistag ist kostenfrei. Zur Sicherung der verbindlichen Teilnahme wird ein Pfand i.H.v. 30,- Euro erhoben, welcher bei Teilnahme vor Ort erstattet wird.
Anmeldung
Jede interessierte Person, die bereit ist, sich auf die ausgewählten Stücke sängerisch vorzubereiten, ist willkommen.
Die Anmeldung erfolgt hier.
Der Eingang der Anmeldung wird durch eine Eingangsbestätigung und eine Aufforderung zur Zahlung der Pfandgebühr per E-Mail bestätigt. Die Anmeldung wird nach Eingang der Pfandgebühr verbindlich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Reisekosten
Fahrt, ggf. Unterkunft und Verpflegung organisieren und zahlen die Teilnehmenden selbst.
Der VDKC prüft die Möglichkeit, einen Zuschuss nach Bundesreisekostengesetz zu den tatsächlich angefallenen Reisekosten zu übernehmen.
Kapazität
Um eine konzentrierte Arbeit zu gewährleisten, ist die Gesamtzahl der Teilnehmenden auf 50 Personen begrenzt. Die Zusage erfolgt nach Zeitpunkt der Anmeldung.
VDKC
xx.08.2026



