100 Chorsänger*innen proben Palmeris „Jüdische Kantate“
Am Karnevalssonntag, dem 2. März 2025, kamen im Saalbau Gutleut in Frankfurt 100 Chorsängerinnen und -sänger aus ganz Deutschland zusammen, um ein inspirierendes Werk kennenzulernen und zu proben: „Eine Jüdische Kantate“ – komponiert vom 1965 in Buenos Aires geborenen Komponisten Martín Palmeri.
Der VDKC organisierte in Zusammenarbeit mit dem Goldberg Verlag in Frankfurt am Main im Rahmen des Projekts „Chormusik & 4K: Kunst, Komposition, Kulturpolitik, Kreativität“, gefördert durch den Amateurmusikfonds, einen inspirierenden Mitsing-Workshop als Fortbildung, die den Teilnehmenden die Möglichkeit bot, sich intensiv mit Palmeris Komposition auseinanderzusetzen. Das Ziel des Workshops war es, die Teilnehmenden sowohl mit der Vielfalt und harmonischen Besonderheiten der jüdischen Volksmusik als auch mit der methodischen Arbeit des Komponisten bekannt zu machen.
Mitsing-Workshop bei Carolina Ihlenfeld (Ralf Schöne)
Zunächst hieß VDKC-Generalsekretär Ralf Schöne die aus ganz Deutschland angereisten vorfreudigen Sängerinnen und Sänger willkommen und dankte nicht nur Martín Palmeri und Sergio Goldberg für die gemeinsame Organisation und Durchführung der Veranstaltung, sondern ebenso Korrepetitor Andreas Sommer, der über den gesamten Workshop hinweg musikalisch klug und fachkundig am Klavier begleitete und damit maßgeblich zum Gelingen des Workshops beitrug.
(Carolina Ihlenfeld)
Sergio Goldberg, der selbst in Argentinien Klavier, Chor- und Orchesterleitung studierte und 2014 den Goldberg Verlag gründete, schloss mit einer Einführung zu den in die Kantate eingeflochtenen jiddischen Liedern und die Aussprache des hebräischen Texts an. Singend konnten die Teilnehmenden sich mit dem Text und den teilweise bereits bekannten Melodien von Liedern wie „Bei mir bist du schejn“ oder „Tumbalalaika“ vertraut machen.
(Carolina Ihlenfeld)
Anschließend stellte Martín Palmeri die Entstehung der Kantate und die Ursprünge des Tangos vor, dessen Elemente sich in Verbindung mit dem jiddischen Liedgut in der Kantate zu einem sprachlichen und musikalischen Cross-Over verbinden.
„Eine Jüdische Kantate“ ist keine „Kantate“ im herkömmlichen Sinne der Abfolge von Sinfonia, Aria, Duett, Chor, Choral etc. Palmeris Werk ist vielmehr ein Liederzyklus für gemischten Chor und Solist*innen in Begleitung von Bandoneon, Klarinette, Klavier und Streichern. Als solches ist die Komposition ein Novum, sowohl in der Musikgeschichte als auch in der gesamten musikalischen jüdischen Tradition. In das hier arrangierte jiddische Liedgut finden sich lateinische Psalmverse und Texte aus dem Alten Testament eingestreut.
Nach dem theoretischen Teil startete die praktische Probenphase: Nach einem Warm-up mit Einsingen studierten die Teilnehmenden verschiedene Ausschnitte aus der Kantate ein. Dabei vermittelte Martín Palmeri lebendig seine Ideen zur Komposition und sein methodisches Arbeiten.
Martín Palmeri (Carolina Ihlenfeld)
Mitsing-Workshop (Carolina Ihlenfeld)
Die Pausen boten den Sängerinnen und Sängern nicht nur die Möglichkeit, mit Martín Palmeri und Sergio Goldberg ins Gespräch zu kommen, sondern sich ebenso untereinander zu vernetzen. Bis 17 Uhr wurde weiter engagiert geprobt und gesungen, bevor die vielen begeisterten Stimmen den Heimweg antraten – viele dazu inspiriert, sich weiter mit dem Werk zu beschäftigen.
Der Workshop bot somit eine wertvolle Gelegenheit, mit Gleichgesinnten Martín Palmeris Werk noch vor seiner Uraufführung kennenzulernen.
Der große Zuspruch im Vorfeld und die positive Resonanz im Nachgang des Workshops zeigen, welches Potenzial das Format des Mitsing-Workshops bietet und wie groß das Interesse an Martín Palmeri und seiner Komposition in den Reihen der Mitgliedschöre des VDKC ist.
Martín Palmeri (Carolina Ihlenfeld)
Ein herzlicher Dank gilt Sergio Goldberg vom Goldberg Verlag Frankfurt für die engagierte Zusammenarbeit, Andreas Sommer für die Korrepetition und Martín Palmeri für die inspirierende Probenarbeit!
Carolina Ihlenfeld
16.04.2025




