Meisterkurs „Aufführungs- und Interpretationspraxis“ in Göttingen inspirierte
Neun aktive und vier passive Teilnehmende aus vier Ländern vereinte das 2. VDKC-Dirigieratelier vom 5. bis 9. November 2025 in Göttingen.
Der Landesverband Nordwest hatte zu einem Dirigiermeisterkurs rund um das opus summum von Johann Sebastian Bach geladen, die „Messe in h-Moll“. Als Studioensemble fungierten der 30-köpfige Kammerchor der Universität Göttingen – ein Neumitglied im VDKC – und das Göttinger Barockorchester. Solopartien übernahmen Anna Herbst (Sopran I), Alice Lackner (Sopran II), Henriette Gödde (Alt), Martin Höhler (Tenor) und Georg Gädker (Bass). Die Kursleitung oblag den VDKC-Dirigenten Professor Frank Löhr und Antonius Adamske. In einem feierlichen Abschlusskonzert in St. Martini/Dransfeld konnten die Teilnehmenden eine respektable Aufführung der Messe leiten und ernteten stehenden Applaus.
Die „Messe in h-Moll“ ist in ihrer kompositorischen Zusammenstellung noch immer ein rätselhaftes Werk. Die stilistische und zeitliche Verortung der einzelnen Werkteile nahm daher einen hohen Stellenwert ein. In der Rückschau erwies sich die Messe für den fünftägigen Kurs als ebenso attraktives wie herausforderndes Werk. In Bezug auf dirigentische Aspekte wurde unter den Teilnehmenden immer wieder ausgelotet, welche Gestik die Werkidee aus ihrer Entstehungszeit idiomatisch unterstützt und in welchem Verhältnis dazu romantisierte Interpretationen stehen.
Der Landesverband Nordwest wird in den nächsten Jahren weitere Dirigiermeisterkurse anbieten. Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Chordirigent*innen und Absolvent*innen der Chorleitungsstudiengänge.
Antonius Adamske
18.11.2025



