Foto: Cover "I am the day" von Jonathan Dove (Katrin Petlusch)
Foto: Cover "I am the day" von Jonathan Dove (Katrin Petlusch)

Philharmonia Chor Stuttgart teilt praxisnahe Erfahrungen zu Chormaterial

Informationen zu Chorwerken, Ausgaben und Aufführungsbedingungen sichtbar zu machen, zu teilen und damit anderen Chören eine Orientierung bei der Repertoireauswahl zu bieten, war das Ziel eines aktuellen VDKC-Wissenstransferprojektes.

Werkempfehlung

Jonathan Dove (*1959): I am the day

für gemischten vierstimmigen Chor a cappella

Aufführungsdauer: 5 Min.

Text: Englisch

Entstehung: Auftragskomposition für das Spitalfields Festival, Uraufführung 1999: Chor des Trinity College (Cambridge)

Inhalt: geistlich | biblischer Text: Auszug aus der Offenbarung des Johannes, Kap. 22, Verheißung von Jesu Erscheinen

„[…] Die Kernelemente sind die Ruhe der einleitenden Takte mit der Vortragsbezeichnung ‚geheimnisvoll‘ und der folgende Scherzo-ähnliche, als ‚tanzend und verspielt‘ bezeichnete Abschnitt, der das melodische Element des ersten Teils in den Bässen übernimmt, während die Oberstimmen kurze Phrasen aus der Adventshymne ‚O come, O come Emmanuel‘ singen. Dies ist höchst wirkungsvoll, da es fast wie eine ferne, bruchstückhafte Erinnerung an die Hymne fungiert, wie an ein Kinderlied, das sich der vollständigen Erinnerung versagt. Diese beiden kontrastierenden Elemente kehren zurück, bevor sich die Sopran- und Altstimmen wie aufsteigender Weihrauch zu einem besinnlichen Ende emporschwingen.“

(I am the day (Dove) – Hyperion Records, aus dem Begleittext von Paul Spicer, 2010; deutsche Übersetzung von Henning Weber)

Chor: SATB

Instrumentalbesetzung: mit Klavier möglich

Verlag: Edition Peters

Praxistest

Der Philharmonia Chor Stuttgart skizziert die Erfahrungen mit dem Werk und der gewählten Notenausgabe:

Schwierigkeitsgrad: mittel

Zielgruppe: Knüpft als zeitgenössisches Werk an bekannte Melodien an (Rejoice, Emmanuel) und erreicht daher sowohl ein eher konservatives Publikum als auch Zuhörende, die an Neuem interessiert sind.

Wirkung: Abwechslungsreich, daher gute Wirkung; erhält die Aufmerksamkeit des Publikums.

Erfahrungen mit der Notenausgabe: Sehr gute Praxistauglichkeit (Anm.: bezüglich z.B. Lesbarkeit, Stimmführung, Einrichtung, Textierung, Strophenbehandlung, Wendestellen).

Erfahrungen mit dem Werk: Zu unserem gemischten Programm erhielten wir besonders viele positive Rückmeldungen zu diesem und einem weiteren Stück von Jonathan Dove.

Für jeden geschulten Chor gut singbar, sehr praxistauglich, keine extremen Lagen, sehr sangbar, mit Freude und Erfolg aufzuführen.

Empfehlung für andere Chöre: „I am the day" von Johnathan Dove kann ein guter Einstieg sein, um Chöre an die Moderne heranzuführen. Durch die Verbindung von Altem und Neuem ist es auch anschlussfähig für Sänger*innen, die Modernem vielleicht noch skeptisch gegenüberstehen. Auch ist das Werk sehr gut geeignet, um dem Publikum Abwechslung zu bieten. Thematisch-stilistische Anbindungsmöglichkeiten ans englische Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts.

„I am the day" von Jonathan Dove ist moderne Musik, die machbar und liturgisch gut einsetzbar ist (Advent).

Carolina Ihlenfeld

21.01.2026

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