Foto: Cover "Mysterium Montis" von Carl Rütti (Katrin Petlusch)
Foto: Cover "Mysterium Montis" von Carl Rütti (Katrin Petlusch)

Ensemble 22 teilt praxisnahe Erfahrungen zu Chormaterial

Informationen zu Chorwerken, Ausgaben und Aufführungsbedingungen sichtbar zu machen, zu teilen und damit anderen Chören eine Orientierung bei der Repertoireauswahl zu bieten, war das Ziel eines aktuellen VDKC-Wissenstransferprojektes.

Werkempfehlung

Carl Rütti (*1949): Mysterium Montis

Vesper für Gesangssolist*innen, Chor und Alphorn-Sextett

Aufführungsdauer: 75 Min.

Text: Latein

Entstehung: 2015 | Auftragswerk von Christoph und Claudia Im Obersteg

Inhalt: Liturgische und biblische Texte zum Thema „Berg“

Chor: gemischter Chor (SSAATTBB)

Instrumentalbesetzung: Alphorn-Sextett

Verlag: Ruh Musik AG (CH)

Praxistest

Das Ensemble 22 skizziert die Erfahrungen mit dem Werk und der gewählten Notenausgabe:

Schwierigkeitsgrad:

  • Es handelt sich um ein anspruchsvolles Werk, das durchwegs einen 8-stimmigen Chor erfordert, der möglichst intonationssicher die Partitur bewältigen können sollte. Das gemeinsame Intonieren mit den Alphörnern ist je nach Räumlichkeit ein Feld, in das sich die Ausführenden einhören müssen.
  • Die technischen Herausforderungen an die Sänger*innen und Solist*innen sind hoch, auch wenn das Werk diatonisch konzipiert ist.

Zielgruppe/Wirkung:

Das Stück verfügt über eine spannende ungewöhnliche Klangwelt durch die Verbindung mit dem Alphorn-Sextett, die beim Publikum eine extrem gute Wirkung zeigt. Das liegt auch an der geschickten Dramaturgie des Werks, die die Zuhörenden wirklich mitnimmt.

Erfahrungen mit der Notenausgabe:

  • In allen genannten Parametern (Anm.: Lesbarkeit, Stimmführung, Einrichtung, Textierung, Strophenbehandlung, Wendestellen) handelt es sich um eine sehr gute Ausgabe, die eine gute Erarbeitung des Werkes ermöglicht.
  • Das Material für Chorist*innen und Solist*innen unterscheidet sich in der dargestellten Menge des musikalischen Kontexts. In der Chorpartitur ist nicht ganz konsequent umgesetzt, wann die Hörner wichtigen Kontext liefern. Das wäre für manche Übergänge hilfreich gewesen.

Erfahrungen mit dem Werk:

Das Stück selbst sieht eine umfangreiche Einbeziehung des Aufführungsraumes vor. Die Akteur*innen haben häufig von unterschiedlichen Positionen in der Kirche musiziert, was auch für das Publikum eindrücklich und spannend war.

Die besondere Besetzung mit „Alphörnern“ hat definitiv hohe Werbewirksamkeit.

Empfehlung für andere Chöre:

Auch wenn die Aufführung von „Mysterium Montis“ einen großen Aufwand bedeutet, ist es eine spannende Repertoire-Erweiterung im Bereich der zeitgenössischen, geistlichen Konzertliteratur für ambitionierte Chöre. Der Wirkung dieser Musik können sich weder Ausführende noch das Publikum entziehen. Klare Empfehlung, die Herausforderung anzunehmen.

Carolina Ihlenfeld

09.02.2026

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