Foto: Notenmaterial "Stars" von Ēriks Ešenvalds (Ralf Schöne)
Foto: Notenmaterial "Stars" von Ēriks Ešenvalds (Ralf Schöne)

vox nova teilt praxisnahe Erfahrungen zu Chormaterial

Informationen zu Chorwerken, Ausgaben und Aufführungsbedingungen sichtbar machen, teilen und damit anderen Chören eine Orientierung bei der Repertoireauswahl zu bieten, war das Ziel eines aktuellen VDKC-Wissenstransferprojektes.

Werkempfehlung 

Ēriks Ešenvalds (*1977): Stars

für gemischten Chor, 3-4 Klangschalen und Glasharmonika/gestimmte Wassergläser

Aufführungsdauer: 4:30 Min.

Text: Englisch, Texte von Sara Teasdale (1884–1933)

Entstehung:

Uraufführung 2011 | University of Utah Libby Gardner Concert Hall, Salt Lake City UT, Kompositionursprünglich in Auftrag gegeben von den Salt Lake Vocal Artists/Salt Lake Choral Artists und Brady Allred für gemischten Chor

2014 | Fassung für Männerchor in Auftrag gegeben vom Michaelhouse Chapel Choir und William Silk aus Südafrika, für Frauenchor von Regalo Tokyo aus Japan

Inhalt: weltlich | mit Wasser gestimmte (Wein)gläser fester Bestandteil des Stücks, sie begleiten glitzernd die strahlende Einfachheit der Vision von „schlagenden Herzen aus Feuer”, die man in einer stillen, dunklen Nacht am Himmel sehen kann.

Die Wunderbarkeit eines „Himmels voller Sterne” wird durch einen strahlenden Choral hervorgerufen, bevor eine wiederholte Schwingung eines Akkordpaares, das zur Magie beiträgt, in Stille versinkt.

Gabriel Jackson, 2015 (https://www.eriksesenvalds.com/works/stars)

Chor: SSAATTBB (auch verfügbar: Männerchor (TTTBBB), Frauenchor (SSSAAA))

Instrumentalbesetzung: 3–4 Klangschalen/Glasharmonika, 6 durch Wasserfüllung gestimmte Gläser

Verlag: Musica Baltica, 2012

Praxistest 

Florian Glas vom Chor vox nova skizziert die Erfahrungen mit dem Werk und der gewählten Notenausgabe:

Schwierigkeitsgrad: mittel bis einfach, aber bis zu zehnstimmige Besetzung mit Sopran-Solo erforderlich

Zielgruppe: breite Publikumsschichten, Werk niederschwellig zugänglich mit großer emotionaler Wirkung

Wirkung: sehr publikumswirksam und auch bei Mitwirkenden rasch beliebt; Resonanz des Publikums war durchweg positiv, insbesondere die emotionale Wirkung des Stücks wurde oft hervorgehoben.

Erfahrungen mit der Notenausgabe:

  • Die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der Ausgabe ist sehr gut.
  • Notensysteme sind optisch gut voneinander abgesetzt.
  • Die Taktzahlen sind klar erkennbar und somit sind Probenstellen leicht zu finden.
  • Dynamik und Text sind für jede Chorstimme einzeln gesetzt.

Erfahrungen mit dem Werk:

  • Kompositionsbedingt war die Einbeziehung gestimmter Gläser, die von einzelnen Mitwirkenden gleichzeitig zum Gesang gespielt wurden, erforderlich. Somit war neben reinem Chorklang auch das Spielen von (außergewöhnlichen) Instrumenten einbezogen.
  • Besondere Herausforderungen bestanden bei der Beschaffung geeigneter Gläser in ausreichender Anzahl. Für manche der benötigten Tonhöhen war es schwer, geeignete Gläser zu finden.
  • Sollte das Werk am Schluss eines langen Konzertes zur Aufführung kommen, ist zu beachten, dass sich die Tonhöhe der Gläser durch die Verdunstung bis dahin verändert haben kann.
  • Falls für dieselbe Tonhöhe aus Gründen der Lautstärke-Balance mehrere Gläser erforderlich sind, kann es zu Schwebungen im Klang der Gläser kommen.
  • Das gleichzeitige punktgenaue In-Resonanz-Bringen der Gläser und Singen der eigenen Stimme war zu Beginn für manche Chormitglieder herausfordernd.

Empfehlung für andere Chöre:

Das Werk ist für ein breites Spektrum von Chören sehr gut geeignet. Das Anwendungsgebiet reicht vom Schulchor bis zum semiprofessionellen Bereich, was es zu einer vielseitigen Wahl für unterschiedliche Leistungsniveaus macht.

Carolina Ihlenfeld

03.11.2025

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