Verband Deutscher KonzertChöre (VDKC) ist Teil der Studie
Amateurmusik ist nicht nur eine tragende Säule des kulturellen Lebens und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung von Amateurmusik in Deutschland“, die ZiviZ im Stifterverband im Auftrag des Bundesmusikverbands Chor & Orchester (BMCO) durchgeführt hat.
Die Untersuchung beziffert die jährlichen Ausgaben der Amateurmusik in Deutschland auf mindestens 22,4 Milliarden Euro. Die Ergebnisse beruhen auf den Aussagen von mehr als 3.000 Amateurmusizierenden, knapp 900 Ensembles sowie 66 Amateurmusikverbänden für das Jahr 2025.
Auch der VDKC ist Teil dieser Studie und hat seine Mitgliedschöre zur Mitwirkung an der Umfrage aufgerufen.
VDKC-Präsident Professor Ekkehard Klemm ordnet kritisch ein: „16,3 Millionen Amateurmusizierende erwirtschaften mit 22,4 Milliarden Euro mehr als die professionelle Musikwirtschaft, die über institutionelle Förderungen beispielsweise der Theater und Orchester viel staatliche Unterstützung erhält. Die Förderung der Amateurmusik über den entsprechenden Fonds (4,6 Milliarden €) beträgt dagegen pro Person 0,28 Cent und soll nach aktuellem Haushaltsentwurf sogar auf 0,18 (gesamt 3 Milliarden €) abgesenkt werden. Die Ergebnisse der BMCO-Studie würden eher dafür sprechen, die Förderung der Amateurmusik auf ganz neue Beine zu stellen und die bisherigen 'Prothesen' endlich in die Ecke zu stellen."
Wirtschaftliche Effekte weit über die Musikbranche hinaus
Die wirtschaftlichen Effekte der Amateurmusik reichen weit über die Musikbranche, etwa Musikschulen oder Honorarkräfte wie Ensembleleitungen, hinaus: Probenwochenenden und Veranstaltungen fördern u. a. die Nachfrage in Gastronomie, Transportgewerbe und Veranstaltungswirtschaft. Ausgaben für Konzertkleidung, Technik, Versicherungen oder Öffentlichkeitsarbeit kommen zudem Branchen zugute, die auf den ersten Blick nur wenig mit Amateurmusik in Verbindung gebracht werden.
Finanziert wird diese wirtschaftliche Kraft überwiegend aus privaten Mitteln der Amateurmusizierenden, auch die Ensembles finanzieren ihre Arbeit zum größten Teil selbst – insbesondere durch Mitgliedsbeiträge, eigene Einnahmen und Spenden. Öffentliche Fördermittel decken durchschnittlich lediglich elf Prozent ihrer Ausgaben. Gleichzeitig leisten diese Förderungen einen wichtigen Beitrag. Sie unterstützen ehrenamtliche Strukturen und ermöglichen damit kulturelle Teilhabe und weitreichende wirtschaftliche Effekte. Dabei ist die Amateurmusik nicht nur ein großstädtisches Phänomen, die Untersuchung zeigt keinen direkten Zusammenhang zwischen Ortsgröße und Ausgabenhöhe.
Amateurmusik in Deutschland braucht verlässliche Rahmenbedingungen
„[…] Erstmals liegt eine fundierte Datengrundlage vor, die die große wirtschaftliche Bedeutung der Amateurmusik aufzeigt“, so BMCO-Vizepräsidentin Prof. Judith Mohr bei der Vorstellung der Studie. „Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, verlässliche Rahmenbedingungen für die Amateurmusik zu schaffen und ihre kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.“
Die Studie und weitere Infografiken finden Sie auf der BMCO-Webseite.
BMCO, Carolina Ihlenfeld
14.10.2026




