Abb.: Symbolbild (Pixabay)
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Typische Betrugsszenarien und Maßnahmen zum Schutz der Chöre

In der täglichen Verbandsarbeit mit seinen Mitgliedschören nimmt der Verband Deutscher KonzertChöre (VDKC) vermehrt wahr, dass Betrugsmaschen, die Chöre auf verschiedene Weisen betreffen, gravierend zugenommen haben und die Verantwortlichen der Chöre in ihrer täglichen Arbeit beeinträchtigen.

Daher möchte der VDKC in diesem Beitrag zu verbreiteten Betrugsmaschen sensibilisieren und auf einfach umzusetzende organisatorische Maßnahmen aufmerksam machen, die das Risiko für Chöre, Opfer von Betrug zu werden, deutlich reduzieren können.

Chöre sind offenbar interessante Zielgruppen für Betrügende: Sie sind oft ehrenamtlich organisiert, arbeiten mit vielen Mitgliedern und wickeln Zahlungen für Konzerte, Reisen oder Notenmaterial ab. Das macht sie an verschiedensten Stellen zu einem möglichen Ziel verschiedener Betrugsmaschen. Gerade kleinere Vereine und Chöre sind in diesem Sinne attraktiv, weil viele Abläufe auf Vertrauen beruhen und Sicherheitsprozesse oft weniger formalisiert sind als in Unternehmen. Aus öffentlichen Quellen können Betrügende viele Informationen zusammentragen: die Namen von Vorsitzenden und Chorleitenden, E-Mail-Adressen, Konzerttermine, Jubiläen, Fotos, Informationen über fehlende oder vorhandene Instrumente sowie Hinweise auf Förderprojekte. Dadurch wirken insbesondere konkrete Anfragen sehr glaubwürdig und individuell.

Eine typische und weit verbreitete Betrugsmasche bei Chören ist die gefälschte Instrumenten-Spende, die wie folgt oder in ähnlicher Form an Chöre herangetragen wird: Eine Frau kontaktiert den Chor und möchte diesem mit einer emotional aufgeladenen Anfrage einen hochwertigen Flügel aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes spenden. Es stellt sich heraus, dass das Instrument angeblich bei einem Transportunternehmen gelagert ist, weil die Dame den Wohnort gewechselt hat und keinen Platz mehr in ihrer Wohnung hat. Der Chor soll lediglich die Kosten für den Transport übernehmen. Das Instrument existiert nicht und kommt daher natürlich auch nie bei dem Chor an. Die Betrügenden argumentieren sehr geschickt und geben vor, sie möchten, dass das Instrument in gute Hände kommt usw. Diese sehr weit verbreitete Betrugsmasche ist eine Variante des sogenannten Vorschussbetrugs: Das vermeintliche Geschenk ist nur der Köder, um den Chor zu einer Zahlung zu bewegen. Chöre sind dafür ein attraktives Ziel, weil sie öffentlich präsent und ihre Kontaktdaten leicht auffindbar sind.

Weitere gängige Betrugsszenarien

Angebliche Konzertförderung: Ein Chor erhält eine Nachricht von einer Stiftung oder einem Mäzen, dass er angeblich für eine Förderung ausgewählt wurde. Bevor die Förderung ausgezahlt werden kann, müsse eine Verwaltungs- oder Bearbeitungsgebühr entrichtet werden. Die Förderung existiert nicht. Ein ähnliches Szenario: Ein vermeintlicher ehemaliger Sänger oder eine wohlhabende Privatperson kündigt eine hohe Spende an. Vor der Auszahlung seien jedoch Notarkosten, Steuergebühren oder Bankgebühren zu übernehmen.

Gefälschte Sponsoren: Ein Unternehmen bietet ein großzügiges Sponsoring an. Als Bedingung müsse der Chor Werbematerial bestellen oder einen Vertrag über eine kostenpflichtige Plattform abschließen. Die Sponsoringsumme wird allerdings nie gezahlt.

Falsche Spendenaufrufe: Im Namen des Chores werden Spenden gesammelt, deren Erlös auf das Konto der Betrügenden fließt oder der Chor selbst wird um Spenden für einen angeblichen guten Zweck gebeten.

Einladung zu einem (internationalen) Festival: Der Chor wird zu einem renommierten Festival eingeladen, dessen Einladung zunächst professionell wirkt. Es werden Teilnahme-, Registrierungs- oder Organisationsgebühren verlangt. Das Festival existiert entweder gar nicht oder die Absender haben nichts mit der echten Veranstaltung zu tun.

Noten- und Lizenzbetrug: Der Chor erhält E-Mails mit dem Hinweis, dass er urheberrechtlich geschützte Werke ohne Lizenz genutzt habe oder Gebühren, beispielsweise der GEMA, offen seien. Unter Zeitdruck sollen Beträge überwiesen werden, obwohl gar keine Forderung besteht.

Gefälschte Rechnungen: Der Chor erhält, meist per E-Mail, Rechnungen für angeblich bestellte Noten, GEMA-Gebühren, Veranstaltungsleistungen oder Werbematerial. Die Rechnung wirkt professionell, bezieht sich aber auf eine nie erbrachte Leistung.

Missbrauch der Dirigent*innen- oder Vorstandsidentität: Per E-Mail oder Messenger schreibt angeblich die Chorleitung beispielsweise: „Ich bin gerade in einer Besprechung und nicht erreichbar. Kannst du bitte schnell Gutscheinkarten kaufen und mir die Codes schicken?“ Diese Masche richtet sich häufig gegen Kassenwarte oder andere Vorstandsmitglieder.

Phishing: Der Chor erhält E-Mails, die vorgeben, von Banken, Cloud-Diensten oder Anbietenden von Vereinssoftware zu stammen. Das Ziel ist hier, Zugangsdaten oder TANs zu stehlen.

Mit Schutzmaßnahmen Betrug entgegenwirken

Um sich als Chor bestmöglich gegen Betrugsmaschen zu schützen, können folgende Maßnahmen nützlich sein:

  • Mitglieder regelmäßig über typische Betrugsmaschen informieren
  • Bei Einladungen aus dem Ausland die Kontaktdaten von Veranstaltenden über offizielle Webseiten verifizieren
  • Keine Vorkasse für Geschenke: Wenn Fremde dem Chor Instrumente „schenken“ wollen, sollte die Abholung ausschließlich selbst organisiert oder erst bei Übergabe bezahlt werden
  • Freigabe von Überweisungen nach dem Vier-Augen-Prinzip
  • Regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge
  • Telefonische Bestätigung über eine bekannte Nummer bei Zahlungsanweisungen mit ungewöhnlichen Beträgen
  • Verwendung starker Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail-Konten und Online-Banking
  • Bezahlung von Rechnungen nur dann, wenn sie einer bekannten Bestellung oder einem Vertrag zugeordnet werden können
  • Offizielle Kontodaten niemals aufgrund einer einzelnen E-Mail ändern, sondern Änderungen unabhängig verifizieren

Zahlreiche Reaktionen der Chöre zu weiteren Betrugsmaschen

Das Thema stieß bei zahlreichen Chören auf große Resonanz. Einige der Chöre machten von dem Angebot Gebrauch, weitere auffällige Betrugsmaschen zu melden und von eigenen Erfahrungen zu berichten:

Gefälschte Aufforderung von Mailing-Anbietern: Es wird eine Aufforderung an die Vorstandsmailadresse gerichtet, die eigene E-Mail-Adresse per Klick auf eine externe Webseite zu bestätigen. Angeblich bestünde eine gesetzliche Verpflichtung dazu.

Gefälschte Rechnungen von Mailing-Anbietern: Ebenfalls erhalten Chöre über Vorstandsmailadressen oftmals gefälschte Rechnungen für ihre Accounts. Die eingereichten Beispiele sind Fake-E-Mails von 1&1 sowie Ionos, andere Anbieter können aber ebenso betroffen sein.

Missbrauch von Spenden: Eine spendenfinanzierte Organisation zieht mittels SEPA-Mandats eine Spende vom Chorkonto ein, obwohl niemand der Zuständigen dieser Spende zugestimmt hat. Diese Situation ist einem Chor passiert, bei dem der Vorstandsvorsitz sowie die Kontodaten öffentlich einsehbar sind. Hier hilft die regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge.

Gefälschte Überweisungsaufträge: In einem ähnlichen Fall werden mittels beleghafter Überweisungsträger Überweisungsaufträge zugunsten eigener Konten veranlasst. Zwar ist die Bank verpflichtet, die Richtigkeit der Unterschrift bei beleghaften Überweisungen zu prüfen, dennoch können Überweisungen ausgeführt werden. Zusätzlich fällt eine Gebühr für beleghafte Überweisungsträger an. Diese Masche führt dazu, dass der Chor fast täglich das eigene Konto auf Unregelmäßigkeiten überprüft und solche sofort, ebenso wie die Rückerstattung der Gebühr, bei der Bank reklamiert und überprüfen lässt. Die Überweisungstexte im Betreff sind meist logisch und unauffällig.

Gefälschte E-Mail zu fehlgeschlagener Lastschrift: Der Chor erhält eine Mitteilung von einer Buchhaltung zu einer angeblich fehlgeschlagenen SEPA-Lastschrift. Die E-Mail enthält die Forderung, den Betrag erneut zu überweisen. Sollte das nicht in einem gewissen Zeitraum geschehen, droht der Absender mit Mahnungen. Informationen über die fehlgeschlagene Zahlung dazu gibt es angeblich ausschließlich in einem angefügten PDF.

Die Resonanz zu diesem Thema zeigt die weite Verbreitung und Vielfalt der Betrugsmaschen sowie den Bedarf, die Chöre aktiv zu informieren und durch besondere Maßnahmen zu schützen.

Carolina Ihlenfeld

14.07.2026, 20.08.2026

Veranstaltungen der Mitgliedschöre

A cappella Chorkonzert "RaumKlänge"
25.09.2026 17:00 - 18:00
Schönberg
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Klingende Residenz 26: Hymnen an die Nacht
25.09.2026 20:00 - 22:00

Vocalensemble Rastatt


"Ein Morgenruf ist uns erklungen" - Träume – Aufbruch – Leidenschaft. Der Klang des Jugendstils in Darmstadt
25.09.2026 20:00 - 21:30
Darmstadt
Konzertchor Darmstadt


Motette des Stadtsingechores zu Halle im Dom zu Merseburg
26.09.2026 12:00 - 13:00
Merseburg
Stadtsingechor zu Halle


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26.09.2026 16:00 - 17:00
Ettal
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