Panorama
Robert Schumanns Missa sacra op. 147: Ein vertonter „Welt-Text“ - eine Fundgrube für Chöre
Tilman Lücke im Werkstattgespräch mit Wolfgang Kläsener
Tilman Lücke: Das breite Publikum kennt von Robert Schumann vor allem die Liederzyklen und die Kammermusik - eine große „heilige Messe“ für Chor und Orchester oder Orgelbegleitung wirkt da etwas exotisch. Welche Stellung nimmt denn die Missa sacra in seinem Werk ein?
Wolfgang Kläsener: Schumann wird als geistlicher Komponist bis heute eigentlich überhaupt nicht wahrgenommen. Das ist schade, vor allem für die Konzertchöre! Es gibt zwar sehr wenige, aber doch sehr bedeutende Werke dieser Art von ihm. Das Schwesterwerk der Missa sacra, sein Requiem, wird sogar noch seltener aufgeführt. Dass er im Titel der Messe ausdrücklich das Wort „sacra“ verwendet, überrascht schon ein wenig: Damit grenzt er das Werk stark von der sonstigen weltlichen Literatur ab.
Entscheidend ist aber, dass Schumann sich nicht an eine bestimmte Konfession oder Religionsgemeinschaft wendet, sondern an ein allgemein-religiöses, naturreligiöses Grundgefühl. So wie es im Zeitalter der Romantik, im Zeitalter des Sturm und Drang von vielen Künstlern empfunden wurde. Für uns heute macht das die Messe attraktiv auch für Chöre, die sich sonst mit weltlicher Musik beschäftigen - sie können da auch mal in geistliche Musik „hineinschnuppern“.
Mendelssohn-Ehrung mit der Berliner Singakademie
Eröffnung einer neuen Gedenkstätte auf dem Kreuzberger Friedhof
Berlin ist bekanntlich die Stadt der Familie Mendelssohn. Hier wurde sie groß und bedeutend. Sie prägte das philosophisch-kulturelle Leben, als bedeutendes Bankhaus hatte sie großen Einfluss auf die wirtschaftliche Gestaltung der Stadt, und dass sie die Musik ihrer Zeit prägte, weiß jeder, der im Musikunterricht einigermaßen aufgepasst hat.
So findet man auf mehreren Friedhöfen, die wie in vielen anderen Städten gerade auch in Berlin Denkorte der kulturgeschichtlichen Erinnerung sind, Gräber der Familie Mendelssohn. Mitglieder des jüdischen Zweiges der Familie sind auf dem jüdischen Friedhof in Berlin –Weißensee begraben, den christlich-protestantische Teil findet man auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg. Dort sind die Eltern von Felix Mendelssohn Bartholdy begraben, auch sein Sohn und natürlich er selbst und seine Schwester Fanny Hensel, die wunderbare Chorsätze geschrieben hat, aber als Frau stets im Schatten ihres Bruders gestanden hat.
Deutscher Chordirigentenpreis des Deutschen Musikrats: Tobias Löbner ist unter den Finalisten
VDKC-Dirigent in Endrunde des ersten Deutschen Chordirigentenpreises
Im Februar 2014 vergibt der Deutsche Musikrat in Zusammenarbeit mit dem RIAS Kammerchor den ersten Deutschen Chordirigentenpreis. Die drei Finalisten Tobias Löbner, Manuel Pujol und Cornelius Volke haben sich durch ihre erfolgreiche Teilnahme am DIRIGENTENFORUM-Chor und das Durchlaufen der mit Juryentscheidungen verbundenen Förderstufen für das Finalkonzert qualifiziert. Mit dem RIAS Kammerchor präsentieren die Finalisten am 7. Februar 2014 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Giacinto Scelsi, Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein.
Tobias Löbner ist Dirigent der VDKC-Mitgliedschöre Hallenser Madrigalisten und von vocabene Zwickau. Manuel Pujol und Cornelius Volke sind Schüler der VDKC-Chorleiter Christoph Rademann und Ekkehard Klemm.
Landesjugendchor Brandenburg zu Gast in Südafrika
Beeindruckende Reise mit aktuellem Programm „Musik sagt das Unsagbare“
„Hartlik welkom by Suid-Afrika“ hieß es in diesem Jahr für den Landesjugendchor Brandenburg. Vom 4. bis 15. September 2013 war das Ensemble zu Gast in Kapstadt und Stellenbosch.
Dort repräsentierten sie ihr Bundesland mit dem aktuellen Konzertprogramm „Musik sagt das Unsagbare“. Dieses beinhaltet Lieder aus fünf Jahrhunderten, darunter Werke, der in Brandenburg aufgewachsenen Komponistin Sylke Zimpel sowie Vertonungen von Texten regionaler Dichter wie Theodor Fontane und Eva Strittmatter.



