Panorama
„Johannespassion für alle“ – Eine Idee und ihre Umsetzung
Persönlicher Bericht von Dirk van Betteray - Mucher Konzertgemeinschaft
Eine Idee stand am Anfang dieses Großprojektes: Im Jahr 2009 wurde an der Musikschule der Homburgischen Gemeinden für die ganze Region eine Chorakademie mit einem Knabenchor und einem Mädchenchor gegründet, um auch im ländlichen Raum Kinder und Jugendliche fördern zu können, deren musikalische Begabung speziell im stimmlichen und chorischen Bereich liegt. Von Anfang an sollten die Mitglieder dieser Chorakademie auch an oratorische Literatur herangeführt werden, und dies besonders im gemeinsamen Musizieren von Kindern und Erwachsenen. Hier suchte ich nach einem geeigneten Werk. Außerdem sollte nach einigen Jahren Pause wieder ein Großchorprojekt einstudiert und aufgeführt werden. Solche Projekte (wie z.B. Carmina Burana 2006) waren in der Vergangenheit immer sehr erfolgreich und hatten für die Chöre über das Werk hinaus sehr positive Langzeitwirkungen: Choristen mehrerer Chöre der Region lernten sich kennen und auch über das Projekt hinaus gegenseitig unterstützen. Außerdem fanden von den zahlreichen Projektsängern bei solchen Projekten immer einige den Weg ganz in den Chor. Bei diesen Überlegungen kam mir die Idee: Was mit Choristen möglich ist, müsste doch auch mit (Laien)-Instrumentalisten gehen. Welche Anforderungen musste das auszusuchende Werk also haben? Es musste ein Standardwerk der Oratorienliteratur sein zur Heranführung der Kinder und wegen der erfahrungsgemäß größeren Resonanz bei Projektmusikern. Es durfte die Erfahrenen nicht unter- und die Unerfahrenen nicht überfordern. Es musste finanzierbar bleiben.
Philharmonischer Chor Köln mit Vaughan Williams‘ „Sea Symphony“ und Banters „Die Reise“
Zwei ungewöhnliche Werke am 09. Oktober 2011 in der Kölner Philharmonie
Das Meer – der Mensch – die Schifffahrt: Das sind die Themen der Sea Symphony. Zu den Worten des amerikanischen Dichters Walt Whitman (Grashalme) hat der britische Komponist Ralph Vaughan Williams ein eindrucksvolles Gemälde der tobenden Wellen und pfeifenden Winde in schnell wechselnden Harmonien und Takten musikalisch umgesetzt, unvorhersehbar wie die wilde See. In immer neuen Farben beschwört die Choral-Sinfonie alle denkbaren Meeresstimmungen herauf: Die Weite und Erhabenheit des Ozeans, den stolzen Zug der großen Schiffe, die unbändige Energie und auch zerstörerische Kraft der Wellen. Die Sea Symphony ist Meeres-Musik par excellence!
Adventssterne der Singakademie Dresden – die „etwas anderen“ Weihnachtskonzerte
Fortsetzung des Projektes mit Kompositionsaufträgen
Es ist die Grundüberzeugung des Leiters der Singakademie Dresden und jetzigen Rektors der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, Prof. Ekkehard Klemm, dass die musikalische Tradition nur erhalten werden kann, wenn gleichzeitig Neues entsteht und aufgeführt wird. Dem Motto folgend entschieden sich der Chor und sein Dirigent bereits 2004, den 20 und mehr Aufführungen des Bach‘schen Weihnachtsoratoriums nicht noch die 21. Version hinzuzufügen, sondern ein neues Konzept zu wagen, das ganz bewusst Neues mit Bekanntem verbindet. Sternförmig wurden in den jeweiligen Programmen barocke Weihnachtskompositionen um neue Musik und Uraufführungen gruppiert. Die ambitionierte Reihe dürfte in der deutschen Chorlandschaft recht einzigartig sein.
Mit Liszt nach Ungarn - Philharmonia Chor Stuttgart gastierte an Pfingsten in Miskolc
Szenische Produktion der „Via crucis" von Franz Liszt
Dass ein deutscher Konzertchor im Ausland geistliche Musik von Franz Liszt zu Gehör bringt, mag an sich kein besonders herausragendes Ereignis darstellen. Wenn dies aber in einem Liszt-Jahr – 200. Geburtstag und 125. Todestag – im Liszt-Land Ungarn geschieht, dazu mit einer szenischen Produktion auf einem international besetzten Opernfestival, erlangt eine solche Unternehmung zumindest den Charakter des Außergewöhnlichen.



