Panorama
Zum Lutherjahr 2017: vox nova mit Musical „Luther – Rebell Gottes“ am 10. und 11.07.2017
Mut zum Wechsel in ein neues Genre
Viele Chöre setzen in ihrem künstlerischen Tun einen Schwerpunkt. Die einen widmen sich Oratorien, die anderen dem A-cappella-Gesang. Manche sind in der alten Musik zuhause, manche bei zeitgenössischen Kompositionen. Einige sind auf Chorwettbewerben und -festivals zuhause, einige meiden dieses Terrain. Doch irgendwann kommt der Moment, in dem sich die Gruppe auf musikalisches Neuland begibt, und das ist gut so, denn die Sänger nehmen von diesen Ausflügen auch immer etwas mit für das Musizieren in der bisherigen Nische: eine bessere Bühnenpräsenz nach einer Theaterproduktion, verbesserte Exaktheit nach einer Rundfunkaufnahme oder der Teilnahme an einem Wettbewerb, geschliffenere Intonation nach einem A-cappella-Konzert, ein feineres rhythmisches Gespür nach einem Jazz- oder südamerikanischen Programm.
„War Requiem“ mit der Berliner Singakademie und Gästen
55 Jahre nach der Uraufführung beeindruckten zahlreiche Mitwirkende am 25. Juni 2017 in der Berliner Philharmonie
Vier Chöre wurden am 25. Juni 2017 in der nahezu ausverkauften Philharmonie zusammengeführt: In einem großen Projekt versammelte die Berliner Singakademie als Veranstalter den Philharmonischen Chor Berlin (einstudiert von Jörg Peter Weigle), die Kapellknaben des Staats- und Domchores Berlin (einstudiert von Johannes Stolte) und als weit angereisten Gast die Chanticleer Singers, den führenden Kammerchor Südafrikas Johannesburg (einstudiert von Richard Cock). Gemeinsam führten sie 55 Jahre nach der Uraufführung Benjamin Brittens „War Requiem“ auf. Mit dem groß besetzten Konzerthausorchester Berlin und den exzellenten Solisten Anna Palimina, Thomas Michael Allen und Michael Nagy waren auf der Bühne der Berliner Philharmonie 320 Musiker versammelt.
Tölzer Knabenchor folgt persönlicher Einladung von Papst Franziskus
Knabenchor gestaltet am 28. und 29. Juni 2017 Konzert und Gottesdienst im Vatikan
Papst Franziskus liegt die Musik sehr stark am Herzen. Er selbst – wie schon sein Vorgänger, der ehemalige Kardinal von München und Freising, Kardinal Ratzinger und heute emeritierter Papst Benedikt XVI. – wertschätzt die Musik im Allgemeinen sowie in ihrem Einsatz in den Gottesdiensten derart, dass er ein ganz persönliches Augenmerk auf deren Auswahl in der Liturgie wirft. Darüber hinaus misst er gerade im Gedenken des 500. Reformationsjubiläums der Musik zusätzlich besondere ökumenische Bedeutung bei: Er ist davon überzeugt, mit der von ihm persönlich ausgewählten Musik eine Atmosphäre der Einheit schaffen zu können zwischen Katholiken, Anglikanern, Orthodoxen und Protestanten.
Aus der Magdeburger Schatztruhe – ein Stimmungsbericht zur Eröffnung des 19. Deutschen Chorfestivals 2017
Barocke Meister in der Johanniskirche Magdeburg
Unmittelbar hinter dem Rathaus von Magdeburg erblickt man die beeindruckende Fassade der Johanniskirche mit ihren zwei Türmen. Sie hat eine ehrfurchtgebietende Geschichte vorzuweisen: 1524 hat hier der junge Martin Luther eine folgenreiche Predigt gehalten, nach der sich die Stadt dem Protestantismus zuwandte. Nun hält er seit 1886 als Denkmal draußen vor dem Portal Wache.
Legendär muss die große Arp-Schnitger-Orgel gewesen sein, auf der sogar Albert Schweitzer konzertierte. Im Untergeschoss findet man eine Gedenkstätte für den bedeutenden Physiker Otto von Guericke. Rechtzeitig zum Chorfestival wurde der beeindruckende Glasfensterzyklus von Max Uhlig an der Südseite komplettiert. Wer sich für zwei Euro über die 277 Stufen der mittelalterlichen Turm- und Treppenanlage auf die Spitze des Südturms hochkämpft, wird mit einem herrlichen Rundblick über die Stadt inclusive Jahrtausendturm belohnt.



