• Decrease font size
  • Reset font size to default
  • Increase font size

Der VDKC ist Mitglied in der

Mitglieder Login



Neuer Chor im VDKC


Wir begrüßen herzlich im Verband:

Deutscher Ärztechor

Dirigenten: Uta Singer, Alexander Mottok
89 Chormitglieder
Landesverband: NRW

www.aerztechor.de

VDKC Shop

BLACK FOLDER
Die ultimative Chormappe aus Kanada

Geschenk für Ehrungen:

BRONZEN VON E.G. Weinert

Bronze_Modul_Shop

CHORSINFONIK WERKKUNDE

chorsinfonik werkkunde

Notenleihbibliothek

Zur kostenlosen Leihe an VDKC-Mitgliedschöre:
Orchestermateriale
Chorpartituren
Klavierauszüge
Partituren

Chorkarte des VDKC

CD Empfehlung

Thumbnail image
Start Service Beiträge des VDKC Interview mit Jörg-Peter Weigle
Interview mit Jörg-Peter Weigle Drucken E-Mail

Jörg-Peter Weigle im Gespräch mit dem VDKC anlässlich der Überreichung des Georg-Friedrich-Händel-Ringes

Thumbnail imageZum 19. Deutschen Chorfestival in Magdeburg wird Chormusik präsentiert und gefeiert. Zu den Festivalhöhepunkten gehört die Verleihung des Georg-Friedrich-Händel-Rings an Jörg-Peter Weigle, Professor für Chordirigieren an der Musikhochschule "Hanns Eisler" Berlin, sowie künstlerischer Leiter des Philharmonischen Chores Berlin. Der Verband ehrt mit dem Händel-Ring jeweils Dirigentinnen oder Dirigenten, die sich im Bereich der Leitung von Laienchören besondere Verdienste erworben haben und die Pflege wertvoller Chormusik mit einer musikerzieherischen Leistung von Rang und Ausstrahlung verbinden.

Jörg-Peter Weigle, der seit mehr als 40 Jahren im Chorwesen tätig ist, spricht im Interview mit dem VDKC über das Chorwesen, seine Arbeit und Erfahrung als Chorleiter und Dirigent:

VDKC:

Was ist für Sie immer noch und immer wieder das Spannende an der Arbeit mit Chören?

Jörg-Peter Weigle:

Spannend ist, dass Gesang die unmittelbarste musikalische und emotionale künstlerische Äußerung ist, die es gibt. Daher ist ein Chor auch emotionaler veranlagt als zum Beispiel ein Orchester. Und: man bekommt mit sehr gut ausgebildeten Laiensängern Ergebnisse, die man häufig so nicht erwartet. Das hat ganz stark mit der emotionalen Einstellung der Sänger des Chores zu tun und damit, dass man zum Singen keine äußeren Hilfsmittel benötigt. Man braucht einen Hals, Luft und als Chordirigent gute Ideen. Und gerade wenn es gelingt, diese Ideen mit einem Chor umzusetzen, dann ist Chorarbeit ein unglaubliches Faszinosum.

VDKC:

Chormusik beziehungsweise die Chorarbeit begleitet Sie bereits seit Ihrer Kindheit, als Sie Mitglied bei den Thomanern in Leipzig waren. Ist Chormusik für Sie Leidenschaft?

Jörg-Peter-Weigle:

Ich fühle mich immer ein bisschen zwischen Chor und Orchester hin- und hergerissen. Nach dem Studium habe ich meine Karriere in Neubrandenburg bei einem Orchester begonnen. Da hat mir der Chor gefehlt. Danach wiederum, beim Leipziger Rundfunkchor, hat mir das Orchester gefehlt. Es hat natürlich beides seine eigene Faszination - die Chorarbeit und auch die Orchesterarbeit. Für mich war immer sehr wichtig, beides verbinden zu können. Das war zum Beispiel möglich bei der Dresdner Philharmonie oder den Stuttgarter Philharmonikern, wo Chöre institutionell mit dazu gehörten beziehungsweise an die Häuser angebunden waren. Meine Leidenschaft ist die Chorsinfonik!

VDKC:

Was kann man als Chorleiter mit einem Chor alles tun beziehungsweise erreichen?

Jörg-Peter Weigle:

Ganz simpel gesagt, man kann eigentlich alles machen, alles ausprobieren. Natürlich darf man die Chorsänger nicht überfordern. Aber man muss den Chor immer an Grenzen bringen und auch darüber hinaus, weil man Begrenzungen sonst nicht verschieben kann. Und dieser wirklich schmale Grat, zu fordern aber nicht zu überfordern, der ist für einen Chordirigenten oft sehr sehr schwer zu gehen. Das ist manchmal ein emotional schwieriges aber eben auch unglaublich schönes Spannungsfeld, in dem man sich da bewegt.

VDKC:

Wie hat sich Chorarbeit verändert?

Jörg-Peter Weigle:

Managementqualitäten sind heute für einen Chordirigenten und Chorvorstände äußerst wichtig geworden. Als ich mit der Arbeit als Dirigent begonnen habe, da waren die Dirigierqualitäten das A und O. Die Verpflichtung, das Ensemble im gesellschaftlichen und politischen Umfeld zu positionieren, ist heute deutlich höher. Die Zahl der Kammerchöre und kleinen Ensembles hat sehr zugenommen. Inhaltlich hat das Auswirkungen auf die Interpretationen. Ein großer Teil romantischer Werke, die für große Chöre geschrieben sind, werden zumeist heute von Kammerchören interpretiert. Ist das historische Aufführungspraxis?

VDKC:

Welche Trends gab es oder gibt es in der Chormusik?

Jörg-Peter Weigle:

Ich habe diese Frage zum Teil eben gerade beantwortet. Gospel-, Jazz- und Popchöre kommen immer mehr in Mode, genauso wie sich die Form des Seniorenchores nach anfänglicher Skepsis zunehmender Beliebtheit erfreut. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nie einem Trend nachgelaufen bin. Ich durfte immer machen, was mir für den Moment wichtig war.

VDKC:

Was war das beziehungsweise was ist das?

Jörg-Peter Weigle:

Das hat sich tatsächlich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt meiner beruflichen Tätigkeit verändert. Am Anfang wollte ich so viel Repertoire aufbauen, wie nur möglich. Ich wollte einfach alles mal dirigieren, was ich toll fand: am liebsten das gesamte sinfonische und chorsinfonische Repertoire, soweit mir Ensembles dafür zu Verfügung standen. Und all das ohne zu fragen, ob es eine nachhaltige Wirkung hat.

Später wollte ich die Dinge, die mir gut gelungen waren, noch einmal wiederholen oder einfach noch besser machen. Ich wollte für mich neue Klangideale in Barock und Klassik herstellen und mich auf diese Art anders und neu in den Stilistiken positionieren. Ich wollte mit der Nutzung alter, „originaler“ Instrumente einen neuen Klang und damit neue Interpretationen beziehungsweise neue Sichten finden. In der zeitgenössischen Musik wollte ich den Fortschritt erkennen.

Jetzt kommt die Zeit, da werde ich sicher manche Stücke zum letzten Mal dirigieren. Da nähert man sich den Werken dann auch mit einer noch anderen Sicht und Erfahrung. Und diese neuen Interpretationen tragen eine eher individuelle Handschrift. Ich habe auch keine Angst mehr, meine Aussage zu zeigen. Mit meinen jetzigen Erfahrungen fühle ich mich nicht mehr einem Mainstream verpflichtet, sondern ich versuche musikalische Parameter aus sich selbst heraus, auf einer kenntnisreichen Basis aber nach meinen Vorstellungen und Lesarten zu beschreiben und zu vermitteln.

VDKC:

Sie holen gern Vergessenes ans Tageslicht, betreiben sozusagen Musikarchäologie. Was gab es für Sie zu entdecken?

Jörg-Peter Weigle:

Zunächst interessierte ich mich für regional bedeutende Komponisten wie Felix Draeseke, Georg Schumann oder Hans Huber. Über sie wollte ich mehr über künstlerische Intentionen der Komponisten, aber vor allem auch über deren geographisches, politisches und künstlerisches Umfeld und ihre Denkweisen erfahren. Sie alle waren bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit und haben für die Musikkultur Herausragendes geleistet und scheinen doch heute vergessen. Meine CD-Einspielungen zeigen nicht nur ihr handwerkliches Können, sie zeigen auch viel von den Versuchen musikalischer Weiterentwicklung.

Anders verhielt es sich mit Walter Braunfels, der zunächst auch international äußerst erfolgreich war, aber durch die Nationalsozialisten und den zweiten Weltkrieg an der Verbreitung seiner Werke gehindert wurde. Nach dem Krieg bestimmten Andere was „modern“ ist und dazu gehörte Braunfels nicht und geriet so in unverschuldete Vergessenheit. Seine Renaissance tilgt einen weißen Fleck in der Komponistenlandschaft.

VDKC:

Wie wichtig ist ein Festival wie das Deutsche Chorfestival, das der Verband Deutscher KonzertChöre veranstaltet, für die Chormusik?

Jörg-Peter Weigle:

Das ist unendlich wichtig. Wir müssen sehen, dass das Chorsingen in Deutschland noch nicht wieder den Stellenwert hat, den es neben anderen Formen des Musizierens haben sollte, das ist wie Fußball und Volleyball. Die Nachwehen des 2. Weltkrieges waren die Gründe, dass Chorsingen lange als künstlerische Ausdrucksform nicht besonders gefragt war. Adorno hat im Chor eine gleichgeschaltete Masse gesehen, was Auswirkungen auf die „Institution Chor“ und die Programmatik hatte. Inzwischen ist die Balance von individueller Freiheit und Disziplin ein hohes Gut, nicht nur für das Chorsingen geworden.

Ich denke, wir müssen über das Chorsingen Gemeinsinn herstellen und darüber hinaus unsere Traditionen lebendig halten und immer wieder neu für die Zukunft positionieren. Jede europäische Region hat eigene Gesangstraditionen. Dieser Tatsache müssen wir uns bewusst sein und in diesem Rahmen Kontinuität (Tradition) stärken und Veränderung gestalten. Das ist eine Aufgabe für den Einzelnen und die Gesellschaft. Ein Chorfestival kann als Leistungsschau und Ideengeber einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Das halte ich für gesellschaftlich relevant und künstlerisch äußerst bedeutsam.

VDKC:

Wie sieht es mit der Nachwuchsarbeit im Bereich Chor aus?

Jörg-Peter Weigle:

Chorgründungen nehmen zu und die Dirigentenausbildung hat mit dem Dirigentenforum Chor des Deutschen Musikrates einen Leuchtturm erhalten. Die Nachwuchsarbeit gelingt mehr denn je. Zum einen, weil sich sehr viel mehr junge Leute für diese äußerst vielfältige Musikform interessieren, zum anderen, weil sie auf Dirigenten treffen, die auf Grund ihrer vielseitigen Ausbildung und individuellen Ausprägung der Suche nach Vielfalt beim Singen auch Rechnung tragen können. Ich bin guten Mutes, was das Chorsingen angeht. Da sind wir auf einem wirklich guten Weg.

VDKC:

Was bedeutet eine Auszeichnung wie der Georg-Friedrich-Händel-Ring des VDKC für einen Chorleiter?

Jörg-Peter Weigle:

Für mich ist diese Ehrung eine große Freude. Diese Auszeichnung gilt im Chorwesen als eine sehr besondere Ehrung schon deshalb, weil sie nur alle vier Jahre vergeben werden kann und Andere sie auch verdient hätten. Deshalb scheint ein wenig Glück dabei zu sein, dass ich sie in diesem Jahr erhalten darf. Die Reihe meiner geehrten Vorgänger spricht eine eindeutige Sprache für die Qualität dieser Auszeichnung. Ich freue mich sehr, dass die Arbeit, die ja immer nur einem begrenzten Kreis gilt, offenbar doch eine so große Ausstrahlung gefunden hat. Dafür möchte ich dem Künstlerischen Beirat des VDKC, den Chören, besonders jetzt „meinem“ Philharmonischen Chor Berlin und allen danken, mit denen ich bisher arbeiten durfte.

VDKC
14.03.2017

 

Schlagzeilen

Handbuch und Checkliste Konzertorganisation

Neuer Band in der VDKC-Schriftenreihe

Thumbnail imageDruckfrisch:

Handbuch und Checkliste Konzertorganisation
Ein Ratgeber für die Planung und Durchführung von musikalischen Veranstaltungen
Edition VDKC Nr. 9, Schriftenreihe des Verbandes Deutscher KonzertChöre

14,90 Euro Deutschland
ISBN 978-3-929698-09-1

Zu bestellen über den VDKC-Online-Shop

VDKC
11.07.2016

Konzertkalender für Chöre

<<  Oktober 2017  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
        1
  2  3  4  5  6  7  8
  9101112131415
16171819
232425
30     

Spenden an den VDKC

Wir bitten Sie für zwei konkrete Vorhaben um Unterstützung: Ein besonderer Service für unsere Mitgliedschöre und ein Projekt zur Nachwuchsförderung im Bereich der Gesangssolisten.

Bitte lesen Sie hier.

Aus den Chören

weitere Beiträge

Aktuelle Veranstaltungen