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Fundus von Notenmaterial und Einspielungen erhält Zuwachs

Thumbnail imageIm Jahr 2006 wurde in der CHOR und KONZERT in zwei Folgen das umfängliche Oeuvre von Heinrich von Herzogenberg (1843-1900) im Bereich Chorsymphonik sowie a-cappella vorgestellt und dessen geringe Präsenz beklagt. Acht Jahre später hat sich einiges getan.

Zunächst in Sachen Notenmaterial: Der Stuttgarter Carus-Verlag, zuvor schon in Sachen Herzogenberg am meisten aktiv, hat mit finanziellem und fachlichem Support der 2004 gegründeten Internationalen Herzogenberg-Gesellschaft den A-cappella-Bestand komplett erschlossen in zwei Chorbüchern, die 2010 und 2011 erschienen: Weltliche Chormusik a cappella und mit Klavier, CV 4.102, Geistliche Chormusik a cappella, CV 4.106. Zweimal ca. 200 Notenseiten plus kritischer Bericht plus detaillierte Vorwort-Ausführungen zu den Entstehungsumständen der einzelnen Werke auf dem aktuellen Stand der Forschung stellen so „Waffengleichheit“ her im Wettstreit Herzogenbergs mit seinem zehn Jahre älteren Freund und Idol Johannes Brahms zumindest bezüglich der Notenbasis.

Ein editorischer Vorsprung kann sogar darin ausgemacht werden, dass eine große, nur im Manuskript greifbare Motette „Mitten wir im Leben sind“, geschrieben als Reaktion auf die Brandkatastrophe im Wiener Ringtheater 1881, die Herzogenberg später in separaten Motetten teilweise weiter verwertete, hier in ihrer Urgestalt greifbar ist, während bei Brahms etwa die Vorstufen zur berühmten „Warum“-Motette keinen Eingang in die üblichen Sammelausgaben (Carus, Bärenreiter) gefunden haben. Mit dem deutschen Musikeditionspreis für den ersten Herzogenberg-Band wurde dieses Unternehmen auch vom einschlägigen Fachverband gewürdigt.

Auch wenn Noten und Vorwort-Lesen eigentlich genügen müsste, um sich Chormusik zu erschließen, ohne CD-Einspielung respektive Youtube-Auftritt ist alle Musik heute chancenlos. Auch diesbezüglich ist Herzogenbergs A-cappella-Chormusik im Kommen. Zunächst: Das Nischen-Label cpo ist seit Jahren unermüdlich an Herzogenbergs Musik dran, zunächst mit Kammermusik, dann mit den beiden Sinfonien, einer frühen sinfonische Dichtung und dem Violinkonzert, jetzt auch mit einer Lieder-CD und der kompletten Klaviermusik im Dreier-Pack. Chormusikeinspielungen auf professionellem Niveau sind personell immer aufwändig. cpo konnte Hermann Max und seine Rheinische Kantorei gewinnen für eine gut bestückte Scheibe mit weltlichen wie geistlichen Motetten (An Mutter Natur). Die ersten sechs Chorlieder op. 10 auf klassische Lyrik sind drauf ebenso wie die fünf- und sechsstimmigen Perlen der Sammlung op. 57, die es spielend mit den analog besetzten Werken von Brahms aufnehmen können. Im geistlichen Bereich ist das von Bach inspirierte „Meisterstück“ des vierstimmigen Psalm 116 op. 34 aufgenommen, von den fünf als Gottesdienstmusik konzipierten Zyklen Liturgische Gesänge die zum Erntedank op. 99 (außer der Choralkantate Ich singe dir mit Herz und Mund mit Orgel) und dann die vier satztechnisch strengen Choralmotetten op. 102. Das repräsentiert das Spektrum im Standardbereich des vier- bis sechsstimmigen A-cappella-Gesangs. Wie alles von Herzogenberg ist auch diese CD bei jpc ziemlich billig zu haben, d.h. das Interesse dafür ist wohlfeil. Dass 24 geschulte Stimmen und ein Bibliothekssaal als Aufnahmeort nicht unbedingt die authentische „Atmosphäre“ verbürgen von Chormusik für bürgerliche Singvereins- oder kirchliche Chorhundertschaft, zudem der als Alte-Musik-Experte ausgewiesene Dirigent die Tempi bisweilen sehr zügig nimmt, wird den Repertoirewert dieser Einspielung nicht schmälern.

Thumbnail imageEin Konkurrenzunternehmen dazu ergab sich aus der Carus-Verlag-Logik, den Notenausgaben eigene Muster-Einspielungen beizugesellen. Von sich aus, d.h. tatsächlich vom Notenlesen her, auf den Herzogenberg-Geschmack gekommen war der Züricher Chorleitungsprofessor Markus Utz, der im ensemble cantissimo mit professionellen Kräften ebenso in ziemlich kleiner Besetzung arbeitet. Nach Anfängen im frühbarocken Repertoire ist hier das stilistische Spektrum inzwischen breit und integriert auch moderne Chormusik etwa aus Skandinavien. In Sachen Herzogenberg wurden nun gleich drei CDs konzipiert, welche nicht nur die Standard-a-cappella-Formation bedienen, sondern gerade auch das für Herzogenberg so signifikante Agieren mit vielfältigen Besetzungen und Sujets. So bringt gleich die erste CD (Wie schön, hier zu verträumen Carus 83.451) eine Aneinanderreihung, die man beim bloßen Lesen vielleicht als skurril taxieren wird. Beim Hören allerdings tut sich eine fantastische Welt romantischen Chorgesangs mit Klavierbegleitung auf. Drei Opusnummern betreffen nur Frauenstimmen, heutzutage eigentlich „trendy“, nämlich die dreistimmigen Sechs Mädchenlieder op. 98 auf Texte des ersten deutschen Nobelpreisträgers Paul Heyse (gestorben 1914!), drei delikate vierstimmige Chöre aus dem acht Nummern umfassenden op. 26, darunter Mörikes berühmte Untreue („Derweil ich schlafend lag“), drei Kanons für drei Sopranstimmen auf Liebes-Skolien von Goethe. Wenn man das in dieser feinsinnig gestalteten, genau ausgehörten Wiedergabe erlebt, muss man einem Rezensenten aus dem Jahr 1903 entschieden beipflichten: „Und angesichts derartiger Perlen hört man die Dirigenten der Frauenchöre immer klagen, dass ihnen nur minderwertige Literatur zur Verfügung steht!“ – Diese CD bedient dann noch die im weltlichen Chorbuch ebenfalls repräsentierte Gattung Solistenquartett (alternativ Chor)  plus Klavier mit dem Nachtlied von Hebbel aus op. 73 und den Notturnos op. 24, bestückt mit vier nachtschwärmerischen Eichendorff-Gedichten. Romantischer im eigentlichen Wortsinn geht es nicht und Iris-Anna Deckert, Ursula Eittinger, Andreas Weller und Manfred Bittner harmonieren als Vokalisten untereinander und mit Götz Payer am Klavier echt „traumhaft“. Wer davon Lust bekommt, das auch mal mit Chor zu machen, hat die analoge Praxis bei vergleichbaren Brahms-Werken auf seiner Seite.

Thumbnail imageDie zweite CD lockt mit dem Mörike-Incipit Frühling lässt sein blaues Band (Carus 83.452), was in einem herrlich pointierenden Eineinhalbminutenstück auch die Startnummer ist. Hier ist mit den kompletten Zyklen op. 10 und op. 57 ein direkter Interpretationsvergleich mit der cpo-Einspielung möglich. Zusätzlich gibt es fünf der Zwölf geistlichen Volkslieder op. 28, die für Volksliedersätze teilweise ziemlich motettisch komplex gearbeitet sind, und sechs der zwölf altdeutschen Volkslieder op. 35, die demgegenüber schlichter sind und eher Chorliedstatus haben. Gerade Chöre, die nicht prinzipiell dem geistlichen Repertoire verpflichtet sind, können hier Anregung finden für Repertoireerweiterung. Und wenn es in Richtung Weihnachten doch mal wieder ein bisschen geistlich werden darf, hat der Carus-Verlag eine Einzelausgabe dazu mit den einschlägigen Titeln parat. Das grandioseste Stück ist die Schlussnummer der CD, das sechsstimmige Weihnachtslied („Kommst du, kommst du, Licht der Heiden“). Das müsste eigentlich Rheinbergers Abendlied den Rang streitig machen als most wanted in Sachen Sechsstimmigkeit. Philipp Spitta, der dies zum Geburtstag am 27.12.1888 erhielt, hatte durchaus recht: „Ich weiß wohl, was Brahms mag und was er bedeutet, aber so etwas kann er doch nicht.“ Auch das Schwesterwerk, eine fünfstimmige Fassung des Rückert-Gedichtes An Mutter Natur op. 57,1 sucht seinesgleichen und sei als Geheimtipp für das nächste Rückert-Jahr 2016 (150. Todestag) in Stellung gebracht. Herzogenbergs Leidenschaft für  reine Terzen im Chorgesang ist hier förmlich auskomponiert und war Markus Utz und seinem Ensemble offensichtlich alles andere als fremd. Solche Reinheit ist ein Chormusik-Ereignis!

Bei der dritten Carus-CD erst (erscheint im Mai 2014) kommt der eher bekannte geistliche, respektive liturgische Herzogenberg zum Zug. Hier wurden weitere Überschneidungen mit der cpo-Produktion gezielt vermieden. So gibt es Auszüge aus den gottesdienstbezogen knapp, aber prächtig gestalteten Liturgischen Gesängen zu Advent (fast vollständig), zu Epiphanias und zur Passion. Neben wieder faszinierender Sechsstimmigkeit sind hier mit dem Kurz-Magnificat im Adventszyklus und der Sanctus-Paraphrase im Epiphaniaszyklus auch zwei Highlights in Sachen Achtstimmigkeit zu verbuchen. Die fast vollständig aufgenommenen, einfacheren vierstimmigen Totensonntags-Gesänge op. 99 passen in jedes „ernste“ A-cappella-Programm. Mit den vier sehr unterschiedlich gestalteten Motetten op. 103 schließt sich dann sowohl in Sachen Noten als auch in Sachen Einspielung eine Repertoirelücke. Während der ergreifende doppelchörige „Dialog leidender und verklärter Seelen“ in einer Bärenreiter-Ausgabe W. Ehmanns schon lange greifbar war, kommt nun ein faszinierender fünfstimmiger „Pfingstchor“ neu ans Licht („Komm, Heiliger Geist“), der als entschiedenes Plädoyer für Ökumene verstanden sein will. Und am Ende steht eine achtstimmige Festmusik „Wohl dem, der den Herren fürchtet“, die Brahms` Fest- und Gedenksprüche gleichsam überhöht. Dabei war der Anlass nur ein privater, die Silberhochzeit des Leipziger Jura-Professors Adolf Wach mit Lili, geb. Mendelssohn Bartholdy. Diese Achtstimmigkeit stellt sich eben bewusst dem Anspruch, der mit den Namen Brahms wie Mendelssohn errichtet war.

Gut, dass bei den Einspielungen noch Lücken geblieben sind, z.B. die aus dem Manuskript gehobene „Katastrophen-Motette“ zum Wiener Ringtheaterbrand. Wenigstens eines der großen A-cappella-Stücke sollte auch mal mit authentischem großem Chor aufgenommen werden. In Sachen Chorsymphonik ist da der nächste Schritt schon gemacht: cpo hat nach dem Erstling der großen E-moll-Messe mit dem Mainzer Bachchor 1997 jetzt Requiem op.71, Totenfeier op. 80 und Begräbnisgesang op. 88 mit dem Monteverdi-Chor Würzburg produzieren lassen (noch nicht erschienen). Der zwischen Mozart, Brahms und Verdi festgefahrene Requiem-Kanon kann eine Verbreiterung doch gewiss gebrauchen!

Konrad Klek, Verein Internationale Herzogenberg-Gesellschaft
27.02.2014

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