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Die Singakademie Dresden und Mikis Theodorakis – eine besondere Beziehung Drucken E-Mail

Begegnungen mit der Musik des griechischen Nationalkomponisten in Dresden zwischen 1982 und 2018

Die Zusammenarbeit der Singakademie Dresden mit Mikis Theodorakis begann bei einem Treffen zwischen ihm und unserem damaligen Chorleiter Christian Hauschild beim Festival des politischen Liedes 1981 in Berlin

1982 AXION ESTI

Thumbnail imageIn meinem ersten Jahr im Beethovenchor bekamen wir ein Stück in die Hand, das von einem für viele Chormitglieder unbekannten Komponisten stammte und ganz anders als alles bisher von uns Gesungene war. Schwungvolle Volkslieder wechselten mit rhythmischen Sprechstellen. Neben dem Orchester war eine Folkloreband angekündigt und ein Volkssänger sollte neben den klassischen Solisten treten. Dazu der Text – eine bildhafte Lyrik mit beeindruckenden Vergleichen. Gleich zu Beginn die anschauliche Beschreibung der griechischen Inselwelt, für uns damals in unerreichbarer Ferne:

„Pferdchen, steinerne, mit der ragenden Mähne,
Amphoren stillen Sinns,
der Delphine gekrümmte Rücken,
Ios und Sikinos und Seriphos und Milos.“

Und dann nach intensiven Proben der Meister selbst: eine große, kraftvolle Gestalt, der seine Musik mehr zelebrierte als dirigierte und Ausführende wie Publikum im ausverkauften Kulturpalast mit seinem Schwung mitriss. Sein Gespür für Klangeffekte bewies er nicht zuletzt, indem er den Schluss des Stückes spontan vom Philharmonischen Kinderchor oktavieren ließ. Leider ging die Konzertaufnahme schief, aber es gab ja noch eine Chance bei der Wiederholung im Oktober in Leipzigs neuem Gewandhaus. Die Fahrt dorthin wurde schon dadurch zum Erlebnis, dass es die einzige Chorreise mit der Eisenbahn war. An einen regulären Zug wurde durch die Reichsbahn ein „Chorwaggon“ angehängt. Nach dem Konzert sangen wir in der großen Halle des Leipziger Hauptbahnhofes mit ihrer uns quasi verdreifachenden Akustik Männerchorlieder. Einige Monate später erschien die Aufnahme des Konzertes als LP-Doppelalbum bei Eterna.

1984 Frühlingssinfonie Nr. 7

Wegen meiner Schulabschlussprüfungen konnte ich dieses Konzert nicht mitsingen. Unter Leitung Christian Hauschilds sang gemeinsam mit unserem Chor und dem Schulchor der Kreuzschule auch der Rundfunkchor Berlin. Den Orchesterpart übernahm die Dresdner Philharmonie.

1988 AXION ESTI

Eine weitere Aufführung dieses Oratoriums durch unseren Chor fand ohne mich statt, weil mich der Militärdienst am Mitsingen hinderte.

1989 ETAT DE SIEGE

Thumbnail imageIm Frühjahr 1989 begannen die Planungen für eine Europatournee mit Theodorakis. Eigentlich undenkbar: ein DDR-Laienchor soll sechs Wochen durchs nichtsozialistische Ausland touren. Jeder der ausgewählten Sänger erhielt einen mehrseitigen Fragebogen der Staatssicherheit und musste mit diesem zu einem Gespräch anrücken. Schließlich machte die Wende all das unnötig. Als die Proben begannen, löste dieser ganze Unfug nur noch ein erleichtertes Kopfschütteln aus. Nun traf sich die Reisebesetzung unter Leitung des Chorassistenten Hans-Christoph Rademann zu gesonderten Proben u.a. in der Außenstelle der HfM Dresden am heutigen Straßburger Platz.

Das Besondere an „Etat De Siège“ (Im Belagerungszustand) war, dass wir Griechisch singen mussten. Begleitet wurden wir vom Zotos Ensemble, vornehmlich aus Mitgliedern von „L'art de passage“ bestehend, die man als Begleitband des Liedermachers Gerhard Schöne kannte. Bandmitglieder hatten auch die Arrangements geschrieben und der Chor diente vor allem als Background für die international bekannten Stars Maria Dimitriadi und George Dalaras. Wieder zog Theodorakis alle in seinen Bann. Die Konzerte endeten unter großem Beifall und nie ohne Zugaben. Während beim Auftaktkonzert der Tournee im Dresdner Kulturpalast die gesamte Besetzung sang, wurde sie für die Reise reduziert und es fuhren drei Chorgruppen nacheinander, die sich abwechselten. So konnte eine größere Anzahl von Sängern an dem Projekt mitwirken. Das war auch nötig, weil kaum einer von uns die Möglichkeit hatte, sechs Wochen Urlaub auf einmal zu nehmen. Der zweite Teil der Reise, den ich mitmachte, startete am 03. Mai 1990 in Dresden und führte bis zum 18. Mai auf einem Zick-Zack-Kurs durch Spanien. Der Wechsel mit der nächsten Besetzung fand am 20. Mai in Linz statt.

Ein paar Details sind der speziellen Situation wegen, in der wir uns – erstmals in der plötzlich großen weiten Welt unterwegs – befanden, besonders in Erinnerung geblieben: Beispielsweise fand die Reise vor der deutschen Währungsunion statt und wir konnten mit unserem DDR-Geld in Spanien nichts kaufen. So wurde uns Choristen die Gage von 100 DM pro Kopf und Konzert allabendlich bar ausgezahlt. Da wir uns aber selbst verpflegen mussten, war es ein großer Vorteil, dass die Bandmusiker zuvor bereits in einigen spanischen Städten aufgetreten waren und wussten, wo es dort preiswert gutes Essen gab.

Außerdem war die Verständigung gelegentlich schwierig, da selbst junge Spanier kein Englisch sprachen und erst recht kein Deutsch. Allenfalls hätte uns etwas Französisch weitergeholfen, das wir aber so wenig konnten wie Spanisch. Selbst die Zeichensprache unterschied sich von der zu Hause üblichen, so kam es vor, dass uns ein verwundert dreinblickender Kellner achselzuckend ein Essen für zwei Leute servierte. Ein andermal gab es statt eines Glases Wein für jeden einen Krug voll, was in dem kühlen Gastraum kein Problem war - aber dann draußen in der Mittagssonne...

Thumbnail imageSpannend fanden wir das spanische Zeitmanagement, das uns zu der Vermutung brachte, dass man dort offenbar zur angegebenen Anfangszeit des Konzertes erst zu Hause losgeht, so dass meist mit 45 Minuten Verspätung „Showtime“ war. Nach ein paar Tagen hielten wir es genauso und waren immer noch pünktlich zur Stelle.

Für Deutsche ungewohnt waren die Öffnungszeiten der Geschäfte, die (wie damals hierzulande auch noch) mittags schlossen, aber am Nachmittag nicht wieder öffneten, weil es wegen der Tageshitze erst am Abend weitergeht, dafür dann bis spät in die Nacht, wo z.B. noch weit nach Mitternacht selbst Familien mit kleinen Kindern durch die Straßen bummelten. Unvergessen auch die entsetzten Blicke der Einheimischen, die im Wollpullover auf der Strandpromenade von Allicante spazieren gingen, als unsere fröhliche Horde ganz selbstverständlich im ihnen viel zu kalten Mittelmeer baden ging.

Einen besonders günstigen Nebeneffekt hatte die Reise einige Wochen später, als nämlich am 01. Juli 1990 die Währungsunion in Kraft trat und alle DDR-Bürger von einem Tag zum anderen neues Geld brauchten. Bankautomaten gab es keine, stattdessen schier endlose Warteschlangen an allen Bankschaltern und die konnte man glücklich vermeiden, weil das Restgeld der Reise noch für ein paar Wochen reichte.

1998 AXION ESTI

Nicht zuletzt wegen mehrfacher Wünsche von Choristen kam das beliebte Volksoratorium ein weiteres Mal zu einer umjubelten Aufführung im Kulturpalast. Diesmal unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann und mit unserem Kinderchor und dem Universitätschor Dresden, den unsere frühere Assistentin Maja Sequeira einstudierte.

2018 Canto General

Thumbnail imageNach einer „rollenden Woche“ des tagsüber Arbeitens und von da zu den Proben Fahrens ist zu Hause der Kühlschrank leer gegessen, die Maibowle längst ausgetrunken und vieles andere liegengeblieben. Den Einführungsvortrag Ekkehard Klemms und den Film „Der Postmann“ über den Dichter des Werkes am einzigen chorfreien Abend der Woche, wollten wir dennoch nicht verpassen. Es ist schon bedauerlich genug, dass wir nicht in Dresden sind, wenn der neue Theodorakis-Film „Dance Fight Love Die“ von Asteris Kutulas gezeigt wird.

Aber nun ist das Einsingen vorüber. Ein paar letzte aufmunternde Sätze von Ekkehard, der allen gutes Gelingen und Freude wünscht und die Spannung ist auf dem Höhepunkt.

Bei der Anspielprobe waren die Chormonitore noch so eingestellt, dass wir die Zupfinstrumente und Klaviere nicht und die Sänger nur schlecht hören konnten. E-Bass und Schlagwerk deckten, wie schon bei der Probe im Saal der Elblandphilharmonie Riesa, alles zu und es musizierte sich schlecht miteinander, weil man sich nicht hörte. Wird das jetzt richtig eingestellt sein? Sind die Noten der vielbändigen Ausgabe in der richtigen Reihenfolge in den Mappen und funktioniert die am Vortag noch schnell improvisierte Haltehilfe wunschgemäß?

Weil der Männerchor schlecht zu hören war, hat Ekkehard tags zuvor die gewohnte Choraufstellung zum zweiten Teil der Generalprobe geändert, weshalb nun der Alt hinter uns steht. Dem Gesamtklang kam das zugute, aber für uns ist das völlig ungewohnt. Der nach vorn gerückte Tenor ist kaum noch zu hören und es fehlen plötzlich die Anschlusstöne, an denen ich mich wochenlang orientierte. Den Altistinnen wiederum fehlt der Bass, der ihnen sonst immer von hinten ins Ohr singt. Viel Zeit sich daran zu gewöhnen war nicht, und so fällt mir spontan das geflügelte Wort Rudolf Mauersbergers von der Spannung, die er ja irgendwie erzeugen müsse, ein.

Endlich geht es auf die Bühne und damit vor ein Auditorium, wie wir es seit dem Theodorakis-Konzert zu Beginn der gemeinsamen Tournee 1990 nicht mehr hatten.

Das Publikum applaudiert bis der letzte Chorsänger aufgezogen ist - die freudige Erwartung der, wie wir später erfahren, teils von fern angereisten Fans des griechischen Meisters prägt deutlich die Stimmung. Dies und die Ansprache von Asteris Kutulas, der Mitwirkende und Publikum mit warmen Worten von seinem, aus gesundheitlichen Gründen nicht angereisten, langjährigen Freund Mikis grüßt und dessen beste Wünsche für das Gelingen des Konzertes überbringt, führen dazu, dass alle Aufregung mit einem Mal abfällt.

Natürlich wird das hier ein Fest, was sonst!? Und so ist es auch. Die weit ausholenden, einprägsam volksliedhaften Melodien der Solisten mit den geschickt darübergelegten Oberstimmen im Chor, die lateinamerikanischen Rhythmen und die trotz der gebotenen Konzentration sicht- und hörbare Freude aller Musiker tragen das Ihre zum Gelingen bei.

Plötzlich Schrecksekunde kurz vor Schluss: das Vorspiel passt nicht zu den Noten in meiner Hand. Wo bitte ist Band 12 geblieben? Zum Glück gibt es ringsum genug Noten, in die ich sehen kann. Bei dem einen den oberen Teil der Seite und anderswo den unteren. Als ich später für die Zugabe die andere Mappe aufhebe, liegt die Note dort unten. Sie war beim Wechseln unbemerkt herausgerutscht und hat so zusätzlich zur auf der Bühne herrschenden Hitze zu einer beträchtlichen Sonderportion Schweiß auf der Stirn gesorgt. Glücklicherweise galoppiert der Geist Zapatas in genussvoll auskomponierter Zeitlupe durch Mexikos Berge und ich habe den Schlussteil schon fest vor Augen.

Am Ende folgt wenigen Sekunden der Stille ein Beifallssturm, wie ich ihn als Chorsänger tatsächlich nur von Konzerten mit Theodorakis' Musik kenne. Sie hat wieder „gezündet“ und die Leute von den Sitzen gerissen. Unseren Beinen und Rücken, die zwischendurch vergessen hatten, dass sie weh tun wollten, fällt das nun wieder ein. Wollen wir nicht endlich eine Zugabe singen? Wollen wir! Die komplette Nummer 10 erklingt noch einmal, bevor Ekkehard Klemm, der wieder eine motivatorisch-musikalisch-sportliche Höchstleistung vollbrachte, die Partitur mit demonstrativer Geste zuschlägt und mit nach draußen nimmt – geschafft!!!

Nur singt es im Kopf noch tagelang weiter.

Kennt jemand einen begabten Therapeuten für „Ohrentwurmung“ ?

Bill Weißker
18.05.2018

 

 

 

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27.11.2017

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